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Den unterschiedlichen Erklärungen vieler Denker und Philosphen zu folgen, was unter „Religion“ eigentlich zu verstehen ist, ist für einen Normalbürger schier unmöglich. Am einfachsten es da wohl, in kindlicher Schlichtheit das eigene Herz zu befragen. „Jeder Gläubige hat Erwartungen, Hoffnungen und Sehnsüchte, die vor dem Hintergrund des Glaubens und der religiösen Orientie­rung ihren Ausdruck in verschiedenen Praktiken finden“, heißt es unter Wikipedia. Aufgeführt werden dann:


  • Gebete zum Erbitten oder Danken und zum Zwiegespräch mit dem Transzendenten

  • Kulthandlungen (Riten, Opfer, Zeremonien u. a.)

  • Askese, Ekstase, Meditation, Mystik

Die einfachste „Zutat“ - die auf Dauer einzig wirksame –, sich über die Liebe Gott zu nä­hern, ist nicht aufgeführt. Sie ist weitgehend unbekannt; und obwohl dieser Weg von allen Men­schen auf der ganzen Welt beschritten werden kann, muß er zuerst einmal erkannt und akzeptiert werden. Für die allermeisten ist dies neu, obschon das Gebot schon seit 2.000 Jahren bekannt ist. Auf den kürzesten aller Nenner gebracht, lautet diese Regel: liebe – und sonst nichts! Aber bei al­ler Ein­fachheit ist es wohl eine der schwersten Übungen, die es zu schulen und schrittweise umzu­setzen gilt. Die Erkenntnis, daß das Erdenleben einer Schule gleicht, in der uns die Lernaufgaben vorge­setzt werden, drückt dies aus.

 

 

 

 

Ob du hier lebst oder drüben

 

 

Ob du hier lebst oder drüben,

ständig mußt du üben, üben;

denn du wirst so lang’ getrieben,

bis du schließlich lernst zu lieben.


Dabei wirst du dann entdecken,

du mußt selbst die Ziele stecken.

So wird sich die Seele recken,

himmelwärts die Fühler strecken.

 

Schwinden wird dein Seelenkater,

und nach diesem Welttheater

wird der Himmel dein Berater.

Du, geübt, kehrst heim zum Vater.

 

aus: “Verlasse dich auf deines Herzens Klang” von H. D.

 

 

 

 

Man kann nur eines: lieben!

 

 

Es weht der Wind, es schäumt das Meer,

die grauen Wolken eilen.

Ich habe keine Stätte mehr,

um gastlich zu verweilen.

 

Das Haupt so müd, das Herz so schwer,

und immer weiter wandern.

Wo finden sie den Mut nur her,

die vielen, vielen andern?

 

Es rinnt der Sand im Stundenglas,

es rann dahin mein Leben.

Und schau ich rückwärts, frag ich: Was

hab ich der Welt gegeben?

 

Ich nahm und nahm! Nahm Glanz und Macht,

sie ewig zu behalten. –

Dann kam die bange Todesnacht,

und dann kam das Erkalten.

 

Und nur ein Schrei aus weher Brust,

ein Schrei ist mir geblieben:

Ich habe es ja nicht gewußt!

Man kann nur eines: lieben!

 

aus: “Ephides – ein Dichter des Transzendentenvon Hella Zahrada