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Aus Liebe zu Gott

Offenbarung vom 12. Juni 2016


 

Die Ansprache Gottes an den Menschen bzw. durch den Menschen vollzieht sich, wie alles in der Schöpfung, nach unumstößlichen, geistigen Gesetzmäßigkeiten. Die unterschiedlichen Schwerpunkte und Betrachtungsweisen in den Offenbarungen ergeben sich durch die göttli­chen Grundaspekte der Ordnung, des Willens, der Weisheit, des Ernstes, der Geduld, der Lie­be und der Barmherzigkeit, entsprechend auch der geistigen Mentalität desjenigen, der das Offenbarungswort aufnimmt. In und über allem aber wirkt die Liebe als Träger aller Offen­barungen, ohne die ein echtes Gotteswort nicht möglich ist.



 

 

Göttliche Offenbarung

 

 

Meine Söhne und Töchter, ihr seid geboren aus der Liebe. Aus Meiner Liebe! Damit ist euer wahres We­sen – Liebe! Meine Liebe hat die Schöpfung ins Leben gerufen. Meine sich ununterbrochen verströmen­de Kraft ist Liebe. Und alles, was ist und noch sein wird, lebt in alle Ewigkeit durch diese Liebe. Alles! Alles vom kleinsten Teil eines geistigen Atoms bis hin zur größten geistigen Galaxie, von denen es un­endlich viele gibt.

Dieses Absolute, das seinesgleichen nicht hat, diese unendliche Dimension, die kein Wesen jemals erfassen kann, drücke Ich aus in dem Wort „Ich Bin“. Und weil Ich Bin seid auch ihr, ausgestattet mit göttlichen Eigenschaften, von denen die Liebe diejenige ist, die alles prägt, die alles durchdringt, und die es jedem Wesen der Himmel möglich macht, ununterbrochen in diesem Strom zu leben, sich mit der Quelle seines ewigen Lebens jederzeit auszutauschen und in diese Quelle einzutauchen. Dann wird es eingehüllt von der Liebe, die ihr oft besingt [in dem Lied "Ich hülle dich in Liebe ein", Text und Melodie siehe Druckversion], wobei sich euer Inneres weitet und gleichzeitig alle Härte dieser Welt verliert, weil ihr in dem Moment eine ganz, ganz leise Ahnung davon bekommt, was es heißt, von dieser Liebe umfangen zu werden, in und mit ihr zu leben.

Als ihr euch aus den unterschiedlichsten Gründen entschlossen habt, die Himmel zu verlassen und als Seele in einen menschlichen Körper einzutreten, hat sich euer geistiges Wesen – also euer wahres, ewiges Ich – sozusagen „verkleinert“ und lebt nun als „Motor des Lebens“ in euch, verbunden mit Mir und eurer himmlischen Heimat. Hier ist eure Erinnerung an euer wahres Zuhause gespeichert, hier ist auch die Sehnsucht verankert, die die Antriebskraft für euren Heimweg darstellt.

Über diese Kraftquelle erhalte Ich euch, darüber kommuniziere Ich mit euch, darüber lasse Ich euch immer wieder Meine nie versiegende Liebe spüren. Auf dieser geistigen Ebene kommuniziert Meine gött­liche, väterliche Liebe mit deiner göttlichen, kindlichen Liebe. Auf dieser Ebene sind und bleiben wir eins, für immer!

Nun gehst du aber zur Zeit als Mensch über die Erde, was zwar an der Tatsache unserer innigsten Verbindung nichts ändert, die aber von dir in ihrer Einmaligkeit und Größe und ihrer unermeßlichen Tie­fe nicht oder nur äußerst stark eingeschränkt wahrgenommen werden kann; denn selbst die intensivsten Augenblicke, die ihr in eurem Inneren empfindet, wenn ihr Mir nahe seid, sind nichts im Vergleich zu der Glückseligkeit, Freude und vor allem zu den Empfindungen der Liebe, die ihr bereits in den himmli­schen Welten erlebt habt und wieder erleben werdet. Menschen, die bei einem Nahtod-Erlebnis bis in lichte und weite Bereiche voller Friede und Harmonie vorgestoßen sind, versuchen oft, davon zu erzäh­len.

Aber auch dann, wenn eure Empfindungen euch momentan zwangsläufig nur einen ganz kleinen Ausschnitt erleben lassen, heißt das nicht, daß man sie nicht intensivieren kann, was ganz besonders für das Gefühl der Liebe zu Mir gilt. Damit meine Ich jedoch nicht die Gefühlslage, die ihr mit dem Wort „Gefühlsduselei“ beschreibt. Auch Schwärmerei hat nichts mit Liebe zu tun. Die Liebe, von der Ich spre­che, kommt aus einem kindlichen, offenen, vorurteilsfreien Herzen. Sie stellt deshalb aber nicht den Verstand an die Seite, wie es oft bei menschlicher Liebelei passiert. Wer sich von seinen Gefühlen hin­reißen läßt, ohne dabei aufmerksam zu bleiben, der gerät nicht selten in die Netze von Kräften, die mit Meiner Liebe nichts gemein haben.

Aber auch den Verstand in den Vordergrund zu stellen – was nicht selten aus der Angst heraus ge­schieht, keine Schwäche zeigen zu dürfen –, ist der falsche Weg. Zudem hat wahre Liebe nichts mit Schwäche zu tun; sie erfordert nicht selten Mut, Hingabe, Opferbereitschaft und oftmals eine Konse­quenz, die nicht jeder bereit ist aufzubringen.

Zwei Wege sind es, die eure Liebe zu Mir verstärken. Sie kombinieren sich wie von selbst:

Zum einen erinnere Ich euch daran, daß es darum geht, euren Nächsten zu lieben, wobei die Liebe zu euch selbst die Voraussetzung dafür ist, euren Nächsten achten, schätzen und lieben zu können. Dann fließen euch immer mehr geistige Kräfte zu, die aufgrund eurer gemachten Erfahrungen die Empfindun­gen der selbstlosen Liebe in euch wachsen lassen. So erfahrt ihr – durch die Gefühlslage eurer eigenen Seele –, daß Geben wirklich seliger ist als Nehmen. Der Weg zu Mir führt nun einmal über euren Bru­der und eure Schwester. Denn ihr könnt sie nicht unbeachtet lassen und gleichzeitig Meinem Herzen nahe sein – auch wenn dies in Verkennung göttlich-geistiger Gesetze oftmals geglaubt wird.

Zum anderen ist es erforderlich, in sich der Bereitschaft mehr und mehr Raum zu geben, das Wissen um die eigene Geistigkeit vom Kopf ins Herz fallen zu lassen; sich daran zu erinnern, daß es einen himmlischen Vater gibt, der voller Sehnsucht darauf wartet, daß Seine Kinder aus freien Stücken heim­kehren; die ersten kleinen Funken von „Heimweh“ zuzulassen, woraus sich immer stärker der Wunsch entwickelt – von Meiner Liebe gefördert –, dorthin wieder zurückzufinden, wo das wirkliche Zuhause ist. Daraus resultiert dann schließlich „wie von selbst“ der Wunsch, das zu tun, was der Vater möchte.

So stärkt die Tat die Liebe – und die Liebe stärkt die Tat! Es sind Zwillingsschwestern, die ohne ein­ander „nicht können“.

 

 

*

 

 

Wenn Ich zu euch davon spreche, daß Ich die Liebe Bin, so sehe Ich selbst bei denen, die von Meinem Wort überzeugt sind und sich ernsthaft bemühen, Meinem Herzen nahezukommen, ein Unvermögen, Mein Wort in seinem ganzen Ausmaß zu verstehen. Und auch wenn Ich euch sage, daß Ich jeden einzel­nen bedingungslos liebe, ist dies nicht viel anders. Auch das Wissen darum, daß ihr die gleiche Liebe in euch tragt, hilft euch alleine nicht wirklich weiter. Es fehlt in vielen Fällen das Element der Empfin­dung.

Die Kommunikation in der rein-geistigen Schöpfung – nicht nur dort, aber dort ist es am ausgepräg­testen – geht über die Empfindung. Der Mensch jedoch muß sich der Worte, Taten, Mimik, Gebärden, seines Verhaltens usw. bedienen, um sich verständlich zu machen. Das aber drückt nicht wirklich aus, was in den Empfindungen liegt, denn deren ganze Bandbreite läßt sich so nicht vermitteln.

Ich spreche zu euch über die Empfindungen, die ihr in Gedanken und Worte umsetzt. Damit aber sind euch mangels anderer Möglichkeiten Grenzen gesetzt. Wem es ab und zu schon gelungen ist, Empfin­dungen als Kommunikationswege zu nutzen, der hat einen kleinen Eindruck davon bekommen, um wie­viel reicher diese Form des gegenseitigen Austausches ist, um wieviel tiefer Ich ihn berühren kann.

Wer zum besseren Verständnis einen Vergleich braucht: Es ist unmöglich, große Gedanken und Ideen, wie das künftige Haus aussehen soll, dadurch auszudrücken, daß man bunte Holzklötzchen aufeinander stellt. Abgesehen davon, daß ihnen das Leben fehlt, können sie kaum etwas von der Vorstellung vermit­teln, die der Planer, Architekt oder Bauherr in sich trägt.

Ich habe schon wiederholt davon gesprochen, daß die Sehnsucht der Motor ist, der euch finden läßt. Ohne diese Sehnsucht, die eng verknüpft ist mit der Empfindung der Liebe, fehlt euch die notwendige Motivation zur Veränderung; ja, es fehlt dann nicht nur die notwendige, sondern – was entscheidender ist – vor allem die richtige Motivation.

Veränderungen aber sind unumgänglich, denn wenn ihr von einem Ort zum anderen wollt, dann müßt ihr euch bewegen. Bewegung aber ist Veränderung. „Wer in den Himmel eintreten will, muß den Himmel in sich tragen“ – ein Wort, das schon mancher von euch kennt. Er muß also Veränderungen sei­nes Wesens anstreben. Diese Veränderungen, die Meine Liebe in euch bewerkstelligt, nicht nur gesche­hen zu lassen, sondern sich ganz bewußt für Mein Einwirken zu entscheiden – „Dein Wille geschehe“ –, ist ein Akt, den euer freier Wille einleiten muß.

Der „verlorene Sohn“ mußte aus freien Stücken bereit sein, ins Vaterhaus zurückzukehren; er mußte die Liebe seines Vaters vermissen, er mußte sich „vor Sehnsucht verzehren“ nach dem, was er verlassen hat. Andere Gründe, beispielsweise Armut, Krankheit oder Not nicht länger ertragen und sie gegen frü­heren Reichtum eintauschen zu wollen, können zwar Anlaß für den Heimkehrwunsch sein und ein ent­sprechendes Bemühen und die erforderlichen Vorbereitungen in Gang setzen, aber sie alleine reichen nicht aus, wenn ihnen das Element der Liebe fehlt. Sie können jedoch, das ist von Mir so vorgesehen und daher zugelassen, der erste Schritt sein, über die eigene Situation nachzudenken, zur Erkenntnis zu kommen und eine Bitte um Hilfe auszusprechen.

Eure Liebe zu Mir zu entwickeln, dient also euch selbst, weil dadurch eine feste Basis für ein ge­meinsames „Arbeiten“ geschaffen wird; gemeinsam deshalb, weil dann Kräfte der Himmel in eurem Le­ben wirksam werden, denen alles möglich ist. Zu eurem Ja, zu eurem Bemühen kommt dann Meine Hilfe in einem Maße hinzu, das den meisten ebenso fremd ist wie Meine lebendige Liebe in euch und Mein unmittelbares Wirken in eurem Dasein. Ein Innehalten, ein Nachdenken oder eine Entscheidung zu einer Richtungsänderung in eurem Leben durch kleine oder große Schritte wird immer dann eine Wende zum Positiven hin einleiten, wenn der Beweggrund ist, dies aus Liebe zu Gott zu tun. Denkt darüber nach.

Und wenn dies in der Vergangenheit nicht oder nicht immer der Fall war, so verinnerlicht Meine Worte und erkennt die Wahrheit in ihnen. Künftigen Strafen entgehen zu wollen, einen Schutz zu erwar­ten, weil man sich dann nicht so gefährdet wähnt, etwas zu tun, nur weil es einem jemand sagt, man es irgendwo gelesen hat oder die Tradition es so will, nicht Außenseiter sein zu wollen, sich einen Platz im Himmel zu erhoffen oder aus lauter aufoktroyierter Angst sich vorsichtshalber doch dem „lieben Gott“ zuzuwenden das alles sind Beweggründe, die nichts oder kaum etwas in Bewegung setzen. Sie sind in keinem Fall das Fundament, auf dem deine Liebe zu Mir wachsen wird.

Aber genau das ist es das innere Wachstum –, was sich deine Seele so sehr wünscht; und was, wenn du es zuläßt, auch von deinem Menschen als höchstes Glück empfunden wird.


 

*


 

Bei der Betrachtung unserer Liebe darf das, was ihr Karma nennt, nicht außen vor bleiben, auch wenn – oder gerade weil – dieser Begriff oft mißverstanden wird. Die einen treiben Mißbrauch damit, um ande­re zu manipulieren und ihre Machtspielchen auszuüben; die anderen legen ein viel zu großes Gewicht darauf, nähren unberechtigte Befürchtungen und lassen sich von ihren Gedanken an mögliche Vergehen ihrer Vergangenheit herunterziehen. Ein völlig falsch vermitteltes Gottesbild ist der Grund für ein solch schädliches Denken. Dadurch erkennen sie oftmals nicht die Lösung, die direkt vor ihnen liegt: Meine Liebe und Meine Barmherzigkeit sind dazu da, ihnen das Tragen ihrer Lasten wesentlich zu erleich­tern oder ihnen ihre Lasten gänzlich abzunehmen.

Die Bezeichnung „Karma“ – in etwa mit „Seelenschuld“ zu übersetzen – hat ihre Wurzeln in den öst­lichen Religionen. Dort wurde erkannt, daß eine Handlung, die gegen das Leben gerichtet ist, einen Aus­gleich erfordert, der wiederum durch das Leben selbst, das Schicksal, herbeigeführt wird, sofern nicht zuvor ein Ausgleich durch den Verursacher selbst angestrebt wird. Von einer verzeihenden, göttlichen, bedingungslosen Liebe war nichts oder kaum etwas bekannt.

Um den weiteren Niedergang der damaligen Menschheit aufzuhalten, kam Ich als Jesus von Nazareth in die Welt. Ich brachte die Kraft der Liebe nicht nur durch Mein Leben und Meine Lehre, sondern bei Meinem sogenannten Tod am Kreuz auch durch eine zusätzliche Liebeenergie, die Ich in jeden Menschen und in jede Seele legte, und die seitdem jedes Wesen außerhalb der Himmel in sich trägt.

Damit wurde jedem die Möglichkeit gegeben, sich durch eine Hinwendung zur Liebe und einem ent­sprechenden Bemühen von der Schuld zu befreien, die durch ein Fehlverhalten aus seinem jetzigen oder aus früheren Leben auf ihm lastete. Ich möchte euch zur Einsicht eures Verhaltens führen, damit in eurer Seele von Mir das umgewandelt werden kann, was ihr verursacht habt.

Dieses Prinzip der Entlastung, der hilfreichen Unterstützung bis hin zur Auflösung alles Negativen in Mensch und Seele, gilt nach wie vor und wird so lange nötig sein und bestehen bleiben, bis auch der letzte Sohn und die letzte Tochter wieder in die rein-geistige Welt eingetreten sind. Weil die östlichen Lehren Mich als den Befreier, Retter und Liebebringer nicht erkannt haben, vertreten sie nach wie vor eine religiöse An­schauung, der das Element der erlösenden Liebe fehlt. Den Lehren fehlt dieses Element, nicht den Men­schen, die diese Religion praktizieren. Auch in ihnen lebt Mein stärkender Lichtfunke, der sie führt, der jedes Bemühen unterstützt – ob sie dies wissen oder nicht. Entscheidend ist die Absicht, dem Großen und Ganzen in Liebe zu dienen.

Meine unendlich große Liebe gilt allen Meinen Geschöpfen in gleichem Maße. Eine solche Liebe ist allumfassend. Ich kann daher nichts und niemanden von Meiner Liebe ausschließen, nur weil Mich der­jenige noch nicht kennt, nicht an Mich glaubt, Mich völlig ablehnt oder sogar bekämpft. Würde Ich auch nur einem Schaf, das sich verirrt hat, nicht nachgehen, um es in die Sicherheit der Herde zurückzu­bringen, dann wäre Ich nicht der gute Hirte, der Ich Bin!

Kann euch diese ewige Wahrheit nicht helfen, falsche Lehren und Irrwege zu erkennen? Wie sollte es möglich sein, daß Meine Liebe – die sich danach sehnt, alle Kinder wieder in ihre Arme zu schließen – auch nur ein einziges verstößt? Auch nur einem einzigen Kind die Möglichkeit verweigert, wieder heim­zukehren? Traut ihr Mir nicht die Fähigkeit zu, daß Ich in Meiner Weisheit und Allmacht einen Weg ge­funden habe, den alle Kinder gehen können? Egal, wo sie leben; egal, welcher Religion sie anhangen; egal, welcher Hautfarbe sie sind; egal, ob sie jung oder alt, reich oder arm, gebildet oder ungebildet sind? Ein Weg für alle!?

Ich bitte euch inniglich, Meine Geliebten, gebraucht euren Verstand – aber ausschließlich als die rechte Hand des Herzens!

Es gibt diesen Weg, und es ist nach wie vor der einzige Weg, um zu dem zurückzufinden, wo­nach ihr euch tief in eurem Inneren sehnt: Es ist der Weg der freien Entscheidung für ein Leben, das dem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe entspricht, also für eine Liebe, wie Ich sie euch vorlebte. Es ist nicht das angesammelte Wissen, das euch voranbringt. Kein noch so intensives, jahrelanges Suchen, keine Meditationspraxis, keine Technik, keine Spendenfreu­digkeit, keine als notwendig erachtete Pflichterfüllung, kein Lob und Preis und vieles mehr wird das Licht eurer Seele erstrahlen lassen. Dies vollbringt ausschließlich die Liebe, die sich zuerst in Empfindungen und dann in der Tat aus­drückt und so sichtbar wird. Mit ihrem Ausdruck im Alltag geht ein immer intensiver werdendes Gefühl Meiner Nähe und Meines Wirkens in eurem Leben einher.


 

*


 

Mein großes Vorhaben der Rückführung schließt also alle Menschen und Seelen ein. Wie sollte es da von Mir gewollt sein, eine Organisation – wenn ihr wollt: eine Kirche – zu gründen, in die jeder eintre­ten muß, um gerettet zu werden? Und diejenigen, die das nicht wollen oder können, die wären verloren? Ein solches Unterfangen würde niemals göttlicher Weisheit und Liebe entsprechen; es entstammt menschlichen Vorstellungen, die von den Einflüsterungen der Finsternis geprägt sind. Damit diese aber nicht sogleich als Meinem Liebegebot widersprechend erkannt werden, wurden Teile Meiner Wahrheits-Lehre beibehalten. Und Meinen unwissenden Kindern wurde und wird eine Lehre als Meine Lehre vor­gesetzt, die sich, ausgeschmückt mit vielerlei Beiwerk, als „Meine Kirche“ darstellt, an die ihre Mitglie­der glauben, weil sie dadurch den Weg in den Himmel zu finden hoffen.

Wahrlich, Ich sage euch: Ich habe niemals eine Kirche gegründet! Durch Mich ist die Liebe in die Welt gekommen. Sie sollte die einzige Richtschnur sein – und entstanden ist eine weltumspannende Organisation mit vielen Ablegern, die sich auf Mich beruft; die für sich in Anspruch nimmt, in Meiner Nachfolge zu leben, aber dennoch unendlich weit davon entfernt ist.

Wohlgemerkt, und dieses Wort gilt all jenen, die sich gegen jegliche objektive Betrachtung wehren: Ich meine die Organisation und ihre in­tellektuellen Führer und nicht den bemühten Seelsorger und die Ordensschwester, die sich aufopfern, die Lehrsätze und Dogmen an die Seite stellen, und denen das Wohl der Menschen am Herzen liegt.

Ich brachte eine Bewegung der Herzen, eine Gemeinschaft der Liebe. Ich war ein Vorbild dafür, daß man die Liebe leben kann; Ich lebte sie bis zur letzten Konsequenz. Ich zeigte der Menschheit ein Handeln auf, das sich mühelos in jede Religion und Ideologie integrieren läßt: liebe – und sonst nichts! Wer dieses Gesetz in seinem Alltag praktiziert, der wird im Verlaufe seiner inneren Entwicklung mühe­los erkennen können, daß es anderer Gebote und Vorschriften – die in den meisten Fällen nichts anderes sind als Einengun­gen und Fesselungen – nicht bedarf, und daß Riten, traditionelle Gepflogenheiten und Äußerlichkeiten überflüssig, ja hinderlich sind, weil sie den Blick für das Wesentliche versperren.

Wer so handelt, der gleicht einem Wanderer, der sich immer mehr dem ersehnten Gipfel nähert, der alles, was ihm im Tal noch wichtig war, zurückgelassen hat, und der nun erkennt, daß er nicht der einzige ist, der ein Ziel vor Augen hat und diesem Ziel getreulich folgt. Andere kommen von anderen Seiten, aber auch in allen brennt der Wunsch, endlich das Licht, das in der Höhe heller und heller scheint, zu erreichen.

Ist es dann noch wichtig, was für eine Rolle du im Tal gespielt hast? Welchen Ansichten du an­gehangen bist? Was dir unbedingt erstrebenswert schien? Nein, du bist den manchmal schwierigen Pfad der gelebten Liebe gegangen! Du hast auf dem Weg bergauf mit jeder erfolgreich zurückgelegten Stre­cke neue Kraft – die von Mir kam, ohne daß du dies wußtest – getankt, und bist stark und stärker gewor­den. Würdest du dich immer noch als Anhänger einer bestimmten Religion bezeichnen? Oder inzwi­schen als jemanden, der in die Nachfolge desjenigen getreten ist, der dir den Weg vorausgegangen ist, der die Liebe gebracht und gelebt hat? Vielleicht auch als ein Nachfolger Jesu, als ein Nachfolger Christi?

Der Name ist nicht wichtig. Der Name wird dich nicht auszeichnen, zumindest nicht in der ewigen Heimat. Zu Mir zurück kommst du einzig und allein durch ein Verhalten, das Meinem Liebegebot ent­spricht und nicht durch die Zugehörigkeit zu einer religiösen Gruppe, deren Namen du trägst. Erinnere dich: Ich Bin ein Vater aller Meiner Kinder! Und daher gibt es auch nur einen Maßstab: den des Bemü­hens um die gelebte Liebe; ein Maßstab, den jeder, der guten Willens ist, leben kann. Alles andere wür­de nicht Meiner Gerechtigkeit entsprechen.

Wer Mein Liebegebot befolgt, der wird Mir gegenüberstehen, wenn sich ihm im Jenseits die Au­gen öffnen; und er wird in Mir den erkennen, dem er im Leben nachgefolgt ist, und das selbst dann, wenn er zu Lebzeiten nichts oder wenig von Mir gehört hat. Auch wenn seine Seele nach ihrem Hin­scheiden die Vollkommenheit noch nicht erreicht hat, weil noch viel Unbekanntes auf ihn wartet, so ist doch das, was er noch zu erkennen und zu lernen hat, nichts im Vergleich zu dem, was diejenigen noch vor sich haben, die sich zwar Christen nannten, aber nie wirklich in Meine Fußstapfen getreten sind.

 

*


 

Was meinst du, geliebtes Kind: Lohnt es, sich auf das Abenteuer mit Mir einzulassen? Ich habe dir Mei­ne Seite der Liebe, die uns schon seit Ewigkeiten verbindet, geschildert. Wie sieht deine Seite aus? Wie drückt sich, aus deiner Sicht, unsere gegenseitige Liebe aus? Besteht Liebe nicht darin zu erfassen, was dem anderen Freude macht, und ihm dann diese Freude zu bereiten? Was du benötigst, das weiß Ich, und Ich schenke es dir seit Anbeginn deines Lebens, deines geistigen und damit auch gleichzeitig deines jetzigen, menschlichen Lebens: Den unaufhörlichen Strom Meiner göttlichen Liebe, die alles enthält und dir somit alles gibt, was du brauchst.

Und was brauche Ich von dir? Lediglich dein Ja dazu, daß Ich künftig dein Leben gestalten darf, so daß du nicht mehr abhängig bist von den Launen des Schicksals, das ansonsten oft in dein Leben ein­greift. Dann verliert auch das so oft mit ängstlichen Augen betrachtete Karma seinen Schrecken, weil es Mir möglich ist, die dunklen Flecken deiner Vergangenheit aufzuhellen. Und das, ohne daß du es bemerkst.

Ich möchte und werde, so du dir dies wünschst, deine Sehnsucht nach einem verstärkten Zu­sammensein mit Mir wecken: Laß deinen Empfindungen öfter als in der Vergangenheit freien Lauf; und wenn es sein „muß“ auch dei­nen Tränen. Tränen, wenn sie ehrlich sind, sind immer ein Zeichen tiefer Empfindung. Sie werden ausgelöst durch die Erinnerung deiner Seele an das, was einmal war, und durch die Freude auf das, was kom­men wird.

Wenn du in stillen Momenten von den Gefühlen Meiner und deiner Liebe übermannt wirst, dann ist es keine Frage mehr, ob du bereit bist, deinen Teil dazu bei­zutragen, Mir noch näherzukommen. Er besteht in dem Bemühen, im Sinne der Nächstenliebe das Richtige zu tun. Frage dich im Zweifelsfall, was Jesus getan hätte, und in den meisten Fällen liegt die Antwort klar vor dir. Wenn sie noch nicht so klar ist, dann komm zu Mir. Auf Fragen dieser Art antwor­tet der Himmel mit absoluter Sicherheit, zwar nicht immer sogleich und auch nicht immer so direkt, wie sich das man