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Aus Liebe zu Gott

Offenbarung vom 12. März 2017


 

Die Ansprache Gottes an den Menschen bzw. durch den Menschen vollzieht sich, wie alles in der Schöpfung, nach unumstößlichen, geistigen Gesetzmäßigkeiten. Die unterschiedlichen Schwerpunkte und Betrachtungsweisen in den Offenbarungen ergeben sich durch die göttli­chen Grundaspekte der Ordnung, des Willens, der Weisheit, des Ernstes, der Geduld, der Lie­be und der Barmherzigkeit, entsprechend auch der geistigen Mentalität desjenigen, der das Offenbarungswort aufnimmt. In und über allem aber wirkt die Liebe als Träger aller Offen­barungen, ohne die ein echtes Gotteswort nicht möglich ist.


 

 

Göttliche Offenbarung

 

 

Meine Söhne und Töchter, als Jesus von Nazareth sprach Ich zu den Menschen in Gleichnissen. Ich benutzte für die Weisheiten und Wahrheiten, die Ich in ihre Herzen pflanzte, Bilder, was das Verständnis Meiner Lehre erleichterte. So waren Meine Zuhörer – die gleichzeitig Schüler waren, ohne daß ihnen dies bewußt war – eher in der Lage, sich selbst und ihre Situation zu erkennen und richtiges und falsches Verhalten voneinander zu unterscheiden.

In den zweitausend Jahren, die seitdem vergangen sind, hat sich an der Art der Übermittlung Meiner Worte nichts geändert, auch wenn Ich ihren Inhalt vertieft und dem jeweiligen Bewußtsein der Menschen angepaßt habe. Niemals habe Ich aufgehört zu sprechen, auch wenn man Mich zu einem stummen Gott gemacht und in unbekannte, ferne Himmel verbannt hat. Mein damaliges Wort, daß Ich euch Meinen Geist senden werde, der euch in die ganze Wahrheit führen wird, ist in eurer Schrift noch zu finden. Eure Theologen und Bibelkundigen wissen sehr wohl um die Brisanz dieses Wortes. Deshalb wurde es anders gedeutet oder nicht ernst genommen und den Menschen, die die Wahrheit suchten und suchen, mit einer falschen Auslegung vermittelt.

Aber Ich Bin nicht zum Schweigen zu bringen, denn Ich Bin die Allmacht!

Ich ließ diejenigen, deren Liebe zu Mir entflammt war, deren Herzen brannten, bei Meinem „Aufstieg“ – von euch Himmelfahrt genannt – zwar im Äußeren zurück, aber Ich ließ sie nicht allein. Das Urchristentum, wie es von euch im Rückblick oft bezeichnet wird, war in den ersten Jahrzehnten eine Bewegung, die von Freude, Mut, Begeisterung und nicht zuletzt von der Liebe zu Mir getragen wurde. Von einer hierarchischen Organisation, die später in Äußerlichkeiten und Vorschriften, in Ge- und Verboten, in Machtkämpfen und Intrigen erstarrte, war man noch sehr weit entfernt. Ich war das Oberhaupt und der Führer Meiner Gemeinden.

Meine Liebelehre wurde gelebt; dabei wurden, weil Meine Nachfolger zwar willig, aber noch mit menschlichen Schwächen behaftet waren, auch Fehler gemacht. Das konnte in einem so frühen Stadium einer geistigen Revolution nicht ausbleiben; und natürlich war die Finsternis von Anfang an bestrebt, Unruhe und Zwietracht zu säen.

Schon nach wenigen Jahrzehnten begann die von ihr ausgestreute Saat aufzugehen; zuerst hier und da ein wenig, später dann flächenübergreifend. Die Faszination, das ansteckende Feuer eines Lebens der praktizierten Gottes- und Nächstenliebe, ließ nach. Die Gegensatzkräfte hatten einen Etappensieg errungen. Sie nutzten den von Mir gegebenen freien Willen des Menschen, um diejenigen zu verführen – von ihnen unbemerkt und in kleinsten Schritten –, deren innere Standfestigkeit nicht groß genug war; was nahezu immer bedingt war durch ein nicht umgesetztes Wissen um das, was Meine überaus einfache Lehre vorgab: liebe – und sonst nichts.

An dieser, Meiner ewigen Wahrheit wird sich nie etwas ändern.

 

 

*

 

 

Und so belehrte Ich gegen alle Widerstände über die vielen Jahrhunderte hinweg Meine Menschenkinder durch Mein Wort, das niemals ganz verstummte, auch wenn es manchmal für eine Zeit lang „in den Untergrund“ gehen mußte. Aber Ich Bin nicht nur die Geduld, Ich habe auch die Übersicht. Ich allein weiß um das präzise Wirken Meiner geistigen Gesetze oder, um es anders auszudrücken: Meine Zeit ist nicht eure Zeit!

Verstärkt weht jetzt erneut Mein Geist; und daß Ich Mein Versprechen – Meinen Geist, den Tröster, zu senden – erfülle, verspüren diejenigen, die auf Meine Hilfe gewartet haben. Noch niemals zuvor ist eine so umfangreiche Aufklärung in die Welt geflossen wie in eurer Zeit; und noch nie zuvor habt ihr über mehr Informationen verfügt und mehr über geistige Hintergründe erfahren. Wer Augen und Ohren hat, um zu sehen und um zu hören, der kann sehen und hören – wenn er denn will!

Zu dem grundlegenden Wissen, das unumgänglich ist, um nicht blind durchs Leben zu gehen, gehört die Erkenntnis, warum ihr überhaupt auf Erden seid. Es muß in euch zu einer tiefen Einsicht, zu eurer fest verwurzelten Überzeugung werden, daß ihr Kinder der Himmel seid, die nur vorübergehend ein Dasein auf der Materie fristen.

Ohne die Anerkennung, daß es keinen Tod in dem Sinne gibt, wie ihr es bisher geglaubt habt, sondern daß jedes Geschöpft ein ewiges Leben hat, könnt ihr euer Hiersein, euer Schicksal, eure Vergangenheit und eure Zukunft nicht verstehen. Die Fragen nach dem Woher?, Warum? und Wohin? bleiben dann unbeantwortet. Wie wollt ihr so wirklichen Trost und feste Zuversicht finden, wenn ihr nur auf schwammige Antworten stoßt? Wie wollt ihr so ein stabiles Haus bauen, wenn das Fundament auf sandigem Boden steht?

Eines der Gleichnisse, das Ich damals wie heute immer wieder einmal gebraucht habe, ist das Bild eines Wanderers. Ich will es euch auch heute nahebringen und vertiefen, zumal Ich damit einen Aspekt verbinden werde, der – auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint – mit dem rechten Verständnis von Nächstenliebe zu tun hat. Wenn ihr euch dabei vorstellt, daß es sich um eine Bergwanderung handelt mit dem Ziel, den Gipfel zu erreichen, werdet ihr leichter verstehen, was Ich euch sagen will.

Ausgangspunkt und Ziel eurer Wanderung sind gleich: die Himmel, eure ewige Heimat. Es handelt sich also um einen Rundweg, der allerdings nicht so „rund“ ist, wie es der Name vermuten läßt. Der Streckenverlauf ist nicht festgelegt, jeder darf gehen, wie und wo er will. Nur das Ziel ist klar definiert. In dem Moment, da ihr losmarschiert, befindet ihr euch daher schon auf dem Heimweg. Wann ihr wieder an dem Punkt ankommt, von dem ihr ausgegangen seid, unterliegt eurer eigenen Entscheidung. Die Länge und Schwere eures Weges bestimmt ihr selbst.

Ihr werdet schon bald feststellen, daß ihr nicht alleine geht. Überall um euch herum entdeckt ihr Mitwanderer, wobei den allerwenigsten bewußt ist, daß sie überhaupt einem Ziel zustreben. Die meisten halten sich im Tal auf, nichts ahnend, daß ihr tägliches Bemühen einen höheren Sinn haben könnte. Sie treten auf der Stelle.

Damit ist auch ganz gut die Situation der Menschheit beschrieben, wie sie vor Meiner Inkarnation vor zweitausend Jahren auf der Erde herrschte. Nur gab es damals im Gegensatz zu heute so gut wie keine Möglichkeit, einen höheren Sinn des Lebens zu erkennen. Und auch eine Rückkehr der Seelen in ihre himmlische Heimat war – von Ausnahmen abgesehen – nicht mehr möglich, was durch den sogenannten Fall bedingt war. Die Tore der Himmel waren verschlossen; die Menschheit hatte sich, so weit wie nie zuvor, von ihrem „inneren Himmel“ entfernt. Ich entschloß Mich, Meinen Kindern eine Brücke zu bauen, auf der sie wieder ihr ursprüngliches Zuhause betreten konnten. Ich inkarnierte, brachte ihnen eine zusätzliche Energie, öffnete den Himmel wieder und gab den Menschen und Seelen die nötigen Mittel für ihren Heimweg an die Hand: Meine einfache Lehre der Liebe!

Die Kräfte des Falls hatten und haben nach wie vor kein Interesse daran, die im Tal lebenden Wanderer losziehen zu lassen, konnten andererseits aber auch eine Loslösung aus ihrer Umklammerung bei denen nicht verhindern, die Meiner Lehre – bildlich gesprochen: den Routen Meiner Wanderkarte – folgen wollten. Ich errichtete sozusagen eine Basisstation, die uneinnehmbar war und ist, die jeden willigen Wanderer mit der nötigen Energie und unzähligen Hilfen ausrüstete. Von diesem Bollwerk sprach Ich, als Ich sagte, daß es von den Pforten der Hölle nicht überwältigt werden kann. Die Kirchenmänner aber haben Meinen Worten einen anderen, ihnen genehmen Sinn gegeben.

Auch euch, einen jeden einzelnen von euch, habe Ich ausgestattet mit Meiner Liebeenergie und dem nötigen Rüstzeug. Wäre dem nicht so, dann hättet ihr euch nicht auf den Heimweg begeben können, auf dem ihr nun seid. Zudem gab Ich euch Mein Versprechen, am Gipfel auf euch zu warten.

An welchem Punkt eures Weges zum Gipfel seid ihr angekommen? Habt ihr euch diese Frage einmal gestellt? Wenn ihr anerkennt, daß euer Erdenleben einer Schule gleicht, in der Altes gelassen und Neues gelernt werden soll, müßte in euch irgendwann einmal – beinahe zwangsläufig – die Frage emporsteigen, wie weit ihr denn mit eurem Lernprozeß schon seid. Habt ihr das Tal schon hinter euch gelassen? Ist der Weg schon leichter geworden? Lockt euch der Gipfel noch in dem Maße, wie dies zu Beginn des Weges der Fall war, und wie es der Wunsch eurer Seele ist?

Freut euch, wenn ihr euch umschaut und dabei feststellt, daß ihr aus dem Tal schon heraus seid; daß euer Weg streckenweise schon sonnenbeschienen ist; daß ihr eure Wanderkarte noch nicht verloren habt; daß ihr in der Lage seid, sie richtig zu lesen; und daß ihr, wenn ihr wachsam seid, schon die Hilfen bemerkt, die euch immer und überall zuteil werden.

Ihr werdet feststellen, daß ihr auf eurer Wanderung nicht alleine seid. Unzählige sind es, die rechts und links, unter und über euch gehen. Jeder hat sein eigenes Tempo, seinen eigenen Stil, seine eigenen Rastplätze, seine eigenen Vorstellungen davon, wie und wann – und ob überhaupt! – er zum Gipfel gelangen möchte. Auch ihr!

Es gibt also, bedingt durch den freien Willen, keine Vorschriften, nach welchen Kriterien der Weg gegangen werden muß. Es gibt lediglich den Hinweis und begleitende Erklärungen: Die Strecke ist am leichtesten zu bewältigen, wenn du dich nach der Wanderkarte namens „Liebe“ richtest. Was bedeutet, daß du nicht nur um diesen Weg weißt, sondern ihn auch gehst. Wenn du andere Karten als Orientierung nimmst, mag dir das im Moment als Erleichterung erscheinen, aber Ich sage dir: Keine andere als Meine „Liebe-Karte“ bringt dich rascher und geschützter an dein Ziel. Jedoch – du hast den freien Willen ...

 

 

*

 

 

Ich betone die Willensfreiheit Meiner Kinder deshalb besonders, weil Mir dies als Übergang dient zu dem, was Ich euch über die Liebe zu eurem Nächsten sagen möchte. Damit komme Ich auf das schon so oft erwähnte Prinzip der Evolution, der ununterbrochen fortschreitenden Entwicklung in Meiner Schöpfung, die auch die ganz persönliche Entfaltung eines jeden einzelnen Geschöpfes betrifft; also auch die Reifung des Menschen bzw. der in ihm wohnenden Seele.

Die Herzenslogik könnte euch sagen, daß eure kirchliche Lehre der Seelenschaffung falsch ist. Danach erschaffe Ich bei jedem Zeugungsvorgang aus dem Nichts eine neue Seele, die unsterblich ist, nach dem Leibestod den Körper verläßt, irgendwie und irgendwo ruht, um dann an einem „Jüngsten Gericht“ von Mir be- und möglicherweise verurteilt zu werden; und das für Taten, die der Mensch, dem Ich diese Seele zugeordnet haben soll, begangen hat.

Damit wurde die Wahrheit der Reinkarnation, der wiederholten Einverleibung einer Seele in einen menschlichen Körper, begraben. Sie paßte nicht in die Konstruktion dieser unlogischen und unhaltbaren Vorstellungen. Ängste, Schuldgefühle, Minderwertigkeitskomplexe und vieles mehr waren die Folge dieser Irrlehre, die gleichzeitig als Erziehungsmittel dazu diente, die Unwissenden an sich zu binden.

Meine Söhne und Töchter, gebraucht euren Verstand!

Ich habe freie Kinder geschaffen, die ein unermeßlich großes Potential an Kraft, Weisheit und Liebe in sich tragen; die somit Meine göttlichen Eigenschaften zum Ausdruck bringen. Das, was sie ausmacht, und was sie stark macht, ist in ihnen in einem Äonen dauernden Prozeß gewachsen. Sie waren nicht „auf einmal, mit einem Schlag“ da, sozusagen fertige Geschöpfe, die nichts haben lernen müssen. Sie wären, Robotern ähnlich, ohne eigene Erfahrungen und ohne eigene Verantwortung gewesen.

Um euch ein Beispiel zu geben: Auch das Wissen in euren Köpfen mußtet ihr euch erst nach und nach aneignen, es mußte in euch wachsen. Ihr hättet es gar nicht anwenden können, ihr hättet auf nichts zu- und zurückgreifen und nichts abwägen können, wäret ihr eines Morgens mit einem vollgestopften Gehirn erwacht.

Zu jedem Zeitpunkt seines unsterblichen Lebens weist jedes Geschöpf ein individuelles Bewußtsein auf. Wenn oder solange sich das Wesen in den rein-geistigen Himmeln befindet, ist dieses Bewußtsein zwar durch seinen eigenen Willen geprägt, aber diesen Eigen-Willen hat jedes Geschöpf Meinem heiligen Willen untergeordnet – aus Liebe! So, wie ihr es ununterbrochen betet, wenn ihr das „Vater unser“ sprecht: „Dein Wille geschehe.“ Die Hingabe eines Gottesgeschöpfes in den Himmeln lautet allerdings noch ein wenig anders, gewissermaßen eine Potenz höher, wenn ihr so wollt: „Ich erfülle Deinen Willen.“

Sobald ein Geistwesen die Himmel verläßt, betritt es mehr oder weniger verdichtete Zonen und tritt in Bereiche ein, in denen negative Kräfte wirken. In der materiellen Welt ist die Seele davon am stärksten betroffen. Hier unterliegt sie Einflüsterungen und Einflüssen, die alles daransetzen, das ehemals klare Bewußtsein zu beeinträchtigen, das heißt zu schwächen, und die versuchen, es nach nicht-göttlichen Gesetzen zu formen. Dies gilt für alle Menschen und Seelen, es galt auch für Mich. Je größer die Aufgaben sind, die ein Geistwesen für diese Inkarnation übernommen hat, um so größer sind auch die Anfechtungen und Angriffe.

Achtet auf das, was Ich euch nun sage: Keiner – keine Seele und kein Mensch – kann gegen sein Bewußtsein handeln! Das Bewußtsein bestimmt, was ihr möchtet oder unterlaßt, was ihr anstrebt oder bekämpft, wohin ihr gezogen werdet, oder in welche Richtung ihr euch aus freien Stücken heraus bewegt. Euer Bewußtsein aber, der momentane Zustand eures Inneren oder eurer Seele, ist die Frucht dessen, was ihr selbst durch euer Denken, eure Worte und euer Tun erschaffen habt. Ihr tragt Schöpfungskräfte in euch, auch wenn sie in den meisten Fällen falsch eingesetzt oder mißbraucht werden.

Wollt ihr also eine Änderung eures Verhaltens erreichen, muß es zuvor in eurem Bewußtsein eine Veränderung geben. Ansonsten könnt ihr nicht anders, als ihr könnt. Das Gleiche gilt für euren Nächsten. Und bevor sich etwas verändert, muß eine Entscheidung getroffen werden. Ich verändere euch gegen euren Willen nicht; es würde sich nicht mit Meinem Liebegesetz vereinbaren. Veränderungen werden schließlich durch jeden selbst irgendwann herbeigeführt; veranlaßt entweder durch Einsicht, durch das Gesetz von Ursache und Wirkung oder auch durch Meine Hilfe aufgrund eines aufrichtigen Schreis aus tiefster Seele, der immer unmittelbar Mein Herz erreicht und ebenso unmittelbar eine Reaktion Meinerseits hervorruft.

In gleichem Maße, in dem ihr Anspruch darauf erhebt, so sein zu dürfen wie ihr seid, hat auch euer Nächster das Recht auf seine Individualität, seine eigenen Fehler, seine eigene Entwicklung, sein eigenes Bewußtsein. Daß dies nicht immer euren Vorstellungen entspricht, berechtigt euch nicht, eure Maßstäbe von „das muß man tun, und das muß man lassen“ an euren Nächsten anzulegen. Wo wäret ihr, wenn Ich Meine Maßstäbe an euch anlegen würde?

 

 

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Ich sprach davon, daß ihr viele Mitwanderer an eurer Seite habt. Diejenigen, die euch schon ein Stück voraus sind, könnten euch als Vorbilder dienen. Aber was ist mit denen, die sich in euren Augen mit ihren nächsten Schritten noch schwertun? Die noch nicht so richtig aus ihren Startlöchern herausgekommen sind oder sich, so lange ihr denken könnt, immer noch an der gleichen Stelle mit dem Aufstieg bemühen? Haben sie nicht das Recht, selbst zu bestimmen, wie sie ihren Weg gehen wollen?

Bedenkt, daß Evolution bedeutet, jeden Entwicklungsschritt vollziehen zu müssen. Nichts kann ausgelassen werden; um keine Erfahrung – so sie denn für das Wachstum der Seele wichtig ist – kann sich herumgedrückt werden, auch wenn es in euren Augen für den anderen sehr viel besser wäre, doch gleich die Position „in der Bergwand“ einzunehmen, die ihr euch schon erarbeitet habt.

Und wenn er nun nicht will? Wenn er aufgrund seines Bewußtseins diesen für ihn zu großen Schritt noch gar nicht machen kann? Oder weil ihm das Auslassen einer Stufe auf seiner Entwicklungsleiter gar nichts bringen würde? Wie verhaltet ihr euch? Dabei meine Ich nicht so sehr das, was ihr im Äußeren tut, sondern das, was sich in euren Gedanken und Worten abspielt.

Einer der am weitesten verbreiteten Fehler, den ihr gegenüber eurem Bruder oder eurer Schwester begeht, ist der, daß ihr euren Nächsten nicht so annehmen, lassen und lieben könnt, wie er ist. Euch ist in den meisten Fällen nicht bewußt, daß ihr damit gegen das Liebegebot verstoßt, und zwar recht massiv.

Ihr gleicht damit Wanderern, die alle, die noch unter ihnen gehen, negativ sehen, nur weil sie noch nicht die „Höhen“ erreicht haben, auf denen ihr euch schon bewegt. Am liebsten würdet ihr sie, so ihr könntet, am Kragen packen und zu euch hochziehen; Bewußtsein hin oder her. Dabei vergeßt ihr, daß sie lediglich das noch nicht können, was ihr euch von ihnen wünscht.

Um euch die Dimension eines solchen falschen Verhaltens bewußt zu machen, braucht ihr euch nur vorzustellen, daß diejenigen, die euch schon voraus sind, Gleiches oder Ähnliches mit euch anstellen: euch emporheben, euch einfach herausnehmen aus euren Vorstellungen und Lebensgewohnheiten, euren Charakter gegen euren Willen verändern und euch vieles vorenthalten, was euch jetzt noch wichtig ist. Wenn nicht mit Gewalt, so doch durch einen permanent vorhandenen Druck, euch schnellstmöglich in die für richtig gehaltene Richtung zu schieben. Wie würdet ihr euch fühlen?

Der größte Gegensatz zur Liebe ist die Lieblosigkeit. Sie ist die Wurzel allen Übels. Vielfach herrschen keine Klarheit und Einsicht darüber, was alles unter Lieblosigkeit zu verstehen ist. Andere Menschen aufgrund ihres Charakters abzuwerten, und sei es nur in Gedanken, zählt ganz gewiß dazu. Diese Sünde wird deshalb oftmals unterschätzt, weil sie meist nicht offen zutage tritt. Doch ihr setzt damit, gewollt oder ungewollt, negative Energien frei, die sich – wie alles Gegensätzliche – irgendwann gegen ihren Urheber richten und diesen nicht selten innerlich vergiften, sofern diesem ungesetzmäßigen Verhalten nicht rechtzeitig Einhalt geboten wird.

Den Nächsten zu lieben heißt nicht, sein Verhalten gutzuheißen. Aber es bedeutet, ihn bei all seinen Fehlern und Schwächen dennoch als ein Geschwister zu sehen, das ebenso wie ihr auf dem Heimweg ist. Den Nächsten zu lieben bedeutet auch, ihn dort abzuholen, wo er steht; so wie auch Ich euch auf der Entwicklungsstufe abhole, auf der ihr euch zur Zeit befindet. Die Aufgabe all derer, die sich entschieden haben, Mir nachzufolgen, gleicht der eines Arztes, der nicht mit abwertenden Gedanken auf die Hintergründe der Krankheit seines Patienten schauen darf, sondern der die erforderliche Therapie anbieten und im Einverständnis mit dem Kranken durchführen darf.

Einem Mitwanderer zu helfen, eine schwierige Passage zu meistern, ist die weitaus bessere Alternative, als sich über ihn zu stellen oder ihn mit angelesenem Wissen belehren zu wollen. Auch wenn die Hilfe in euren Augen nur eine kleine ist und nicht sofort sichtbare Früchte bringt, so kann sie doch den nötigen Schritt für euren Nächsten darstellen, ohne den er die nächste Hürde nicht hätte nehmen können. Evolution!

Ihr wißt nichts über die seelische Vergangenheit eures Nächsten und auch nichts über die Weichen, die für seine Zukunft gestellt werden müssen. Macht euch also keine Gedanken über Dinge, die außerhalb eures Fassungsvermögens liegen. Das laßt getrost in Meiner Hand.

 

 

*

 

 

Wenn ihr voller Freude wandert, werdet ihr immer wieder Gleichgesinnte treffen, euch austauschen, vielleicht auch eine Weile miteinander gehen. Und wenn ihr es Mir überlaßt, den Rhythmus eures Voranschreitens zu bestimmen, könnt ihr sicher sein, daß es keine Überforderung eurer Kräfte und nichts geben wird, das nicht für eure Seele gut ist – wobei Ich auch euer körperliches Heil nicht außer Acht lasse. Die Schwierigkeitsgrade, auf die ihr treffen werdet, werden sich in Grenzen halten, weil Ich an eurer Seite Bin.

Dann wird sich die Begeisterung, die das Urchristentum erfaßte, auch in eurem Leben bemerkbar machen; und die Sehnsucht, den Gipfel möglichst bald erreichen zu können, wird der Motor sein, der euch immer wieder neue Kraft vermittelt. Eure Liebe zu Mir und euer Wunsch, die Wolken endgültig zu durchbrechen und das Licht zu sehen, werden verhindern, daß ihr träge werdet, auch wenn es zwischendurch immer wieder Strecken geben wird, die ein wenig mehr Durchhaltevermögen und Stärke als sonst erfordern.

Die dunklen Kräfte des Tals werden sich bemühen, euren Aufstieg zu verhindern oder ihn zumindest zu erschweren, weil sie euch nur allzugerne in ihrem Einflußbereich behalten wollen. Jeder Wanderer, der sich dem Licht nähert, ist für sie verloren und schwächt ihre Macht. Deshalb müßt ihr wachsam bleiben und damit rechnen, daß euch verlockende Angebote gemacht werden, um euch von eurem Vorhaben als Gipfelstürmer abzuhalten. Schlimmer aber als das Offensichtliche, mit dem man euch zu ködern versucht, sind die von euch meist unbemerkten Angriffe an den Schwachstellen eurer Seele.

Erinnert euch in Momenten der Versuchung und Schwäche an das, was Ich euch versprochen habe: daß Ich auf euch warten werde. Ich habe eine Verabredung am Gipfel“ – dieser Gedanke kann für euch zu einer Kraftquelle werden, an der alle Bemühungen der Finsternis, euch von einem stetigen Aufstieg abzuhalten, abprallen wie tosende Brandung an den Klippen.

Ich wünsche Mir brennende Herzen. Ich wünsche Mir Menschenkinder, die wie in der Zeit des Aufbruchs vor zweitausend Jahren ja sagen zu einem Leben, das frei ist von Einengungen und Bindungen, dafür geprägt von Eigenverantwortung, Klarheit, Mut und Liebe zu ihrem Nächsten. Die Voraussetzungen dafür habe Ich geschaffen; das „Basislager“ steht bereit, um die willigen Wanderer mit allem zu versorgen, was sie für ihren Weg brauchen.

Wer sich als Gipfelstürmer auf den Weg macht, der wird schon bald feststellen, daß die Strecke leichter zu bewältigen und nicht mehr so gefährlich ist, wie dies noch vor einigen Jahrhunderten der Fall war. Gleichzeitig wird er, wenn er aufmerksam ist, die vielen Fallen bemerken, die die Kräfte des Dunklen aufgestellt haben. An Meiner Hand aber und im Vertrauen auf Mein Wort, das ihn und alle seine Mitwanderer nie verläßt, werden auch diese Hindernisse für ihn nicht unüberwindbar sein. Eine dauerhafte Blockade auf dem Weg zum Gipfel stellen sie ohnehin nicht dar.

Ich warte auf dich, dich und dich. Mein Segen gibt euch die nötige Kraft, so ihr euch mit einem Herzen, das in Liebe entfacht ist, auf den Weg macht.

Amen