Direkt zum Inhalt springen

Druckversion (PDF)

Aus Liebe zu Gott

Offenbarung vom 16. Juli 2017


 

Die Ansprache Gottes an den Menschen bzw. durch den Menschen vollzieht sich, wie alles in der Schöpfung, nach unumstößlichen, geistigen Gesetzmäßigkeiten. Die unterschiedlichen Schwerpunkte und Betrachtungsweisen in den Offenbarungen ergeben sich durch die göttli­chen Grundaspekte der Ordnung, des Willens, der Weisheit, des Ernstes, der Geduld, der Lie­be und der Barmherzigkeit, entsprechend auch der geistigen Mentalität desjenigen, der das Offenbarungswort aufnimmt. In und über allem aber wirkt die Liebe als Träger aller Offen­barungen, ohne die ein echtes Gotteswort nicht möglich ist.


 

 

Göttliche Offenbarung

 

 

Meine geliebten Söhne und Töchter, wie ein feinmaschiges Gespinst hat sich eine unsichtbare Glocke, bestehend aus Irrlehren, Halbwahrheiten, falschen Überzeugungen und raffiniert verdrehten Wegwei­sungen, über einen großen Teil der Menschheit gelegt und verhindert so eine Erweiterung ihres Bewußt­seins. Und nicht nur das. Die Unterdrückung der Wahrheit, daß Ich die Liebe Bin, und alles, weil es aus Mir ist, ebenfalls Liebe ist, sollte nach Möglichkeit nicht bemerkt und die dafür als Ersatz angebote­nen Pseudo-Wahrheitslehren und -Lebensweisheiten nicht als das erkannt werden, was sie waren und noch immer sind: irrefüh­rend.

So wurde – und wird in eurer Zeit verstärkt – der Weg zurück an Mein Herz, zurück in eure ewige Heimat, durch die Einforderung, einem falschen Glauben zu folgen, und durch das Angebot blendender Versprechun­gen oftmals erschwert und blockiert. Und nicht selten wurde damit eine konti­nuierliche Ent­wicklung eurer Seele für eine lange Zeit unterbunden. Geschah dies in der Vergangenheit über viele Jahrhunderte hinweg mit den Mitteln der Drohung, Ängstigung und nicht selten auch der Ge­walt, so sind die Methoden der Finsternis ausgeklügelter geworden, denn sie paßt ihre Vorgehensweise perma­nent den Gegebenheiten an. Hinweise, daß ihr nicht wachsam genug sein könnt, habe Ich euch viele gegeben.

Nach wie vor hält die überwiegende Mehrheit der Menschen – sofern sie denn überhaupt eine Exis­tenz Gottes in Erwägung zieht – die Notwendigkeit, an Mich zu glauben, für das entscheidende Kriteri­um, um der Beziehung zwischen Mir und Meinen Geschöpfen gerecht zu werden. Und dies gilt nicht nur für diejenigen, die einer eurer vielen christlichen Kirchen angehören; es trifft auch auf die anderen Ideologien und Weltanschauungen zu, die in Unkenntnis einer wahren Religiosität von euch umgangs­sprachlich „Religionen“ genannt werden.

Um die Wichtigkeit des Glaubens deutlicher zu machen, wurde von den Gründern und ihren Nach­folgern allerlei erfundenes Beiwerk in Form angeblich heilsnotwendiger Lehren, deren Ursprung Ich sein soll, dazugegeben. Und um alles attraktiv zu gestalten, wurden vielerlei Ablenkungen geschaffen und Zeremonien und Tand eingeführt; ein Gerüst wurde drum herumgebaut, an das man sich im Äuße­ren halten konnte und dessen Praktizieren eine gewisse Sicherheit bei der Erfüllung der Gebote ver­sprach. Auch – aber nicht nur – das Judentum kannte viele solcher Voraussetzungen, die es zu erfüllen galt, um Mir angeblich gefällig sein zu können.

Um euch den einzig wahren Weg aufzuzeigen, der euch in eure ewige Heimat zurückführt, kam Ich in die Welt – und brachte die Liebe! In Lehre und Tat!

In den vergangenen zweitausend Jahren erinnerte Ich immer und immer wieder durch Mir getreue Männer und Frauen daran, daß es um die Liebe geht. Ich tat dies durch Mein Offenbarungswort, und Ich werde dies solange tun, bis auch das letzte Meiner Kinder erkannt hat, daß nur der Weg der gelebten Liebe den Menschen veredelt und ihn schrittweise emporhebt auf immer höhere Entwicklungs- und Be­wußtseinsstufen: liebe – und sonst nichts!

Der Glaube daran, daß es Mich gibt, kann daher lediglich eine Voraussetzung dafür sein, Mir durch ein Leben im Sinne der Gottes- und Nächstenliebe näher und näher zu kommen, was bedeutet: durch ein Bemühen um die Liebe, was euren ganzen Menschen fordert, was euch immer wieder herausfordert. Wer sich Christ nennt, gibt damit zum Ausdruck, daß er bestrebt ist, Meine Gebote zu erfüllen, das heißt Mir nachzufolgen. Er begibt sich damit auf einen anspruchsvollen Weg, der nicht zu vergleichen ist „mit einem Sonntagsspaziergang, bei dem man nur nette Menschen trifft, die man freundlich grüßt“, wie Ich es einmal formulierte.

Wenn ihr wollt, betrachtet euch und euer Leben in diesem Licht und freut euch, wenn ihr feststellt, daß dies auch das ist, was ihr wollt und worauf ihr hinarbeitet. Dies kann auch zur besseren Erkenntnis verhelfen über diejenigen in eurer Welt, die als kleine oder große Führer auf den unterschiedlichsten Ge­bieten hin und wieder oder auch ständig Meinen Namen in den Mund nehmen. Tut dies aber aus­schließlich, um tiefer schauen zu lernen und besser erkennen zu können – und nicht und niemals zur Ver­urteilung! Es ist wichtig, daß ihr schauen lernt, aber es verstößt gegen Mein Gesetz, wenn ihr ver­urteilt.

Und nun bitte Ich euch, euren Verstand zu gebrauchen: Ist es möglich, an jemanden zu glauben, ihn als das Höchste und Größte anzuerkennen, nach dem körperlichen Tod bei ihm sein zu wollen, ohne das zu tun, ohne das anzustreben oder umzusetzen, was derjenige, zu dem man gerne möchte, gelehrt und vorgelebt hat? Denn das ist schließlich der Sinn des Christseins, „der Sinn der ganzen Übung“, wie ihr es ausdrücken würdet.

Ist es möglich, nur durch eine gedankliche Ausrichtung – die darin besteht: ich glaube – in Meine Nachfolge einzutreten? Was immer man euch gelehrt hat, was immer ihr ohne nachzudenken angenom­men habt: Es gehört mehr dazu! Es gehört auch mehr dazu, als sich auf Meine Gnade zu verlassen, weil man in Unkenntnis Meiner erlösenden Kraft, die Ich in jeden Menschen gelegt habe, nie an das Erken­nen und die Überwindung seiner Fehler und Schwächen gegangen ist.

Auch eine Kirchenmitgliedschaft, die Befolgung von Vorschriften und das Auswendiglernen religiö­ser Texte reichen nicht. Das Singen schöner Lieder, das Hören einer guten Predigt und das Lesen mut­machender Bibelstellen können durchaus aufbauend sein, ersetzen aber niemals das, was einzig und al­lein entscheidend ist.

Um was es geht, steht in eurer Schrift: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

 

 

*

 

 

Das Wort „Ich Bin, der Ich Bin!“ – noch kürzer „Ich Bin!“ – drückt alles aus für denjenigen, der Mich erkennen und verstehen will, wenn er denn bereit ist, in die Absolutheit dieses Wortes hineinzuspüren. Ich Bin ewig und unwandelbar. Meine Gesetze sind zeitlos, was bedeutet: Sie gelten vom Beginn Mei­ner Schöpfung an und werden auch dann ihre Gültigkeit nicht verlieren, wenn sich die materielle Schöp­fung wieder aufgelöst hat und alles in die Einheit der Himmel zurückgeführt worden ist.

Unendlichkeit und immerwährende Beständigkeit sind in Mir. Kein Geschöpf muß sich jemals sor­gen oder verunsichert sein, ob sein Verhalten, wenn es an Meiner Liebe ausgerichtet ist, irgendwann ein­mal neu und damit anders eingestuft wird als in der Vergangenheit. Auf Mich ist Verlaß. Meine Schöp­fung gleicht bis ins kleinste Detail – so klein, daß ihr euch das nicht vorstellen könnt – einem perfekt ar­beitenden Uhrwerk. Alles hat seinen Platz, alles kennt seine Aufgabe, alles ist in ständiger Kommunika­tion miteinander, alles ist höchste Präzision.

In Meinem Schöpfungssystem gibt es keinen Platz für eine neue Bewertung, für eine andere Sicht als die, die sich schon immer und ausschließlich an Meiner selbstlosen und bedingungslosen Liebe orien­tiert. Ich weiche kein Jota von Meinem Gesetz ab; die Notwendigkeit besteht nicht, weil das, was Ich geschaffen habe und bis in alle Ewigkeit schaffe, vollkommen ist. Eine noch so geringe Abweichung, eine noch so kleine Korrektur würde schlagartig ein Chaos entstehen lassen – und das wäre das Ende.

Dennoch entwickelt sich die Schöpfung ununterbrochen weiter, und jedes Wesen der rein-geistigen Himmel trägt seinen Teil dazu bei. Aber dies ist eine in Meinem Gesetz verankerte Evolution; es ist kei­ne durch Fehler notwendig gewordene Verbesserung, wie sie bei euren Systemen ständig vorgenom­men werden muß.1)

Das bedeutet: Meine Wahrheit ist nicht dem unterworfen, was ihr „Zeitgeist“ nennt. Damit verleiht ihr nur eurer Unkenntnis Ausdruck, weil ihr glaubt, etwas als falsch, überholt und mängelbehaftet zu er­kennen, das einem neuen, modernen, fortschrittlichen Denken angepaßt werden muß.

Die Quelle der ewig gültigen Wahrheit Bin Ich, der Vater des Zeitgeistes ist Mein und euer Widersa­cher! Wenn Ich also die Quelle der Liebe Bin, muß alles, was sich an dieser Quelle nicht orientiert, aus einer anderen Quelle kommen.

Dies wissen auch die Vertreter der Dunkelheit. Deshalb mußte ihnen daran gelegen sein, das Wasser der reinen Quelle nach und nach zu trüben; und das so unmerklich, daß es nicht auffiel. Um das zu be­werkstelligen, mußten sie das Bewußtsein der Menschen dämpfen, so daß die Fähigkeit zur Unterschei­dung eingeschränkt wurde. Ein feines Gespinst legte sich glockengleich im Verlaufe der Jahrhunderte – verstärkt in den letzten Jahrzehnten – über die Menschen, was dem Gegenspieler dadurch immer besser gelang, weil er sich mit äußerstem Geschick den modernen Errungenschaften eurer Zeit bediente.

Neue Vorstellungen kamen in die Welt, neue Werte wurden gesellschaftsfähig und lösten altes Den­ken ab. Wer versucht, sich nach wie vor an Althergebrachtem zu orientieren, wird im besten Fall belä­chelt, im schlimmsten Fall hat er mit Nachteilen verschiedenster Art zu rechnen. So werden nach und nach fal­sche Ansichten zur Normalität, und wer sich nicht die innere Nähe zu Mir aufgebaut oder sie sich be­wahrt hat, der geht in die Falle.

Wer sich bemüht, Meine Liebelehre zu leben, Meine Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und sie zu ach­ten, ist dem Zeitgeist ein Dorn im Auge. Wobei das Einbringen neuer Ideen und Denkweisen sich nicht darauf beschränkte, die Gottes- und Nächstenliebe einschließlich der Bergpredigt als überholt, welt­fremd und nicht alltagstauglich darzustellen, sondern es wurden alle Bereiche des Lebens mit falschen, schein-logischen und intellektuellen Begründungen unterwandert.

Wer sich die Zeit nimmt und den Mut dazu hat, der schaue in einer stillen Stunde sich selbst an, wer­fe aber auch einen Blick in die Welt. Ist der Bereich der Ordnung, der das Fundament eines jeden Sys­tems bildet, von satanischer Unterwanderung verschont worden? Oder hat die Finsternis nicht gerade hier Einfallspforten gefunden, vor allem, wenn man die stark zunehmende Unlust betrachtet, Konse­quenzen zu tragen und Verantwortung aus dem Weg zu gehen? Steht „Dein Wille geschehe“, wie es in jedem „Vater unser“ von Millionen Christen täglich gebetet wird, wirklich an vorderster Stelle eurer Le­bensführung? Traut ihr Mir noch zu, daß Ich euch ohne Schaden für eure Seele – und soweit es möglich ist, auch für euren Leib – durch euer Leben zu führen vermag, auch wenn es vielleicht nicht euren Vor­stellungen entspricht? So daß ihr doch lieber auf euren eigenen Willen zurückgreift?

Schöpft ihr eure Weisheit aus eurem Inneren? Ist eure „Weisheit“ nicht vielmehr oftmals angelesenes Wissen, weil Weisheit nicht erlernt werden kann, sondern sich in dem Maße in euch entwickelt, in dem ihr die Liebe lebt? Was für einen Stellenwert hat die Ernsthaftigkeit für euch, die ein Innehalten und ein Nach-innen-Schauen erfordert? Die höhere Ansprüche an euch stellt als die vielen unterhaltenden Ablenkungen, die der Zeitgeist euch anbietet, und die mit dem Versprechen einer scheinbar bequemen Leichtigkeit daherkommen?

Ist für euch die Geduld noch etwas, das es zu bewahren oder zu erlernen gilt? Ist nicht Ungeduld in­zwischen viel attraktiver geworden, zumal in eurer Zeit, in der man alles bekommen kann und dies so­fort? Ist es nicht ein wenig altmodisch geworden, darauf zu vertrauen, daß Ich euch zum rechten Zeit­punkt das gebe, was ihr braucht, weil Meine Zeit nicht eure Zeit ist? Hat die Charaktereigenschaft der Barmherzigkeit überhaupt noch Platz im Denken der Menschen? Oder ist Barmherzigkeit ein Ausdruck von Schwäche und falscher Nachgiebigkeit geworden in einer Zeit, in der man doch Durchsetzungsver­mögen und wenn nötig auch Härte zeigen muß, um den Anforderungen des Zeitgeistes zu entsprechen?

Schon allein diese wenigen Gedanken können euch zeigen: Wer nicht fest in Mir ruht, wer sein Herz nicht bei Mir hat, läuft große Gefahr, in die Fallen des Zeitgeistes zu laufen, zumal dann, wenn er man­gels eigener innerer Entwicklung und Erkenntnis den Scheinargumenten wenig entgegenzusetzen hat. Denn die Fallen sind so geschickt aufgestellt, daß ihr sehr aufmerksam sein müßt, um sie zu erkennen; zumal ja nicht direkt dazu aufgerufen wird, das Liebegebot zu mißachten. Das wäre zu einfach, zu durchsichtig.

Viel wirkungsvoller ist, ein neues Denken so zu präsentieren, daß es nicht als ungesetzmäßig erkannt wird, und es gleichzeitig so zu verpacken, daß man es – weil das Bewußtsein für die wahre Bedeutung Meiner ewigen Wahrheit so gut wie nicht vorhanden ist – problemlos in ein nach außen gerichtetes und im Äußeren gelebtes Christentum integrieren kann.

 

 

*

 

 

Die Gegenseite hat es verstanden, geschickt mit den Ängsten, dem Egoismus der Menschen und den sich daraus ergebenden Wünschen zu spielen und die Menschen auf diese Weise dazu zu bewegen, fun­damentale Grundsätze Meiner Liebelehre zu vergessen oder diese so umzudeuten, daß sie von vielen als richtig oder sogar als überlebens-notwendig erachtet werden. Ihr habt heute zwar ein Völkerrecht, kämpft für Menschenrechte und erkennt, wenn dagegen verstoßen wird; die täglich weltweit stattfinden­den Verstöße gegen Mein Liebegebot aber erkennt ihr kaum. Selbst wenn in Einzelfällen dieses Erken­nen vorhanden ist: Wer hat die moralische Legitimation, aufgrund eigenen Vorlebens auf ein solches Fehlverhalten hinzuweisen?

Weil Meine Liebelehre den Dienst und sogar das Dienen am und für den Nächsten beinhaltet, kann es nicht in Meinem Gesetz sein, sich selbst, seine Familie oder sein Volk an die erste Stelle zu setzen. Das muß euch – zu­mindest denjenigen, die sich ein wenig darin geübt haben – die Herzenslogik sagen. Wenn es aber nicht in Meinem Gesetz ist, dann ist es gegen Mein Gesetz, auch dann, wenn es dem einen oder anderen in dieser Absolutheit nicht gefällt.

Mit dieser Feststellung ist keine Verurteilung verbunden, sondern nur die Erkenntnis: Es ist so. Nicht mehr und nicht weniger! Sicher walten in allem auch Meine Liebe und Barmherzigkeit, was aber nicht bedeutet, daß Mein Gesetz eine neutrale Zone oder Grauzone aufweist, in welche sich ein Verhalten ein­ordnen läßt, weil es eine klare Sprache nicht verträgt; oder weil die sich daraus ergebenden Schlußfolge­rungen als zu hart oder unbarmherzig erscheinen. Liebe und Barmherzigkeit sorgen dafür, daß es hin bis zur völligen Vergebung einer Schuld eine große Bandbreite Meiner Handreichungen und Unterstützun­gen gibt.

Eine Entscheidung für das eigene Wohl, das wichtiger erscheint als das Wohl des Nächsten, kann nur vordergründig Vorteile bringen. Grundsätzlich ist eine Entscheidung für etwas auch immer eine Ent­scheidung gegen etwas. Das wird oft nicht bedacht, vorschnell übergangen oder bewußt ignoriert. Wenn es eine Entscheidung für das Gute, für die Liebe ist, ist es gleichzeitig eine Entscheidung gegen das Böse und Egoistische. Und umgekehrt. Beispiele findet ihr genug.

Dieses Prinzip gilt für eure Politik, für euer Miteinander, für euer kirchliches und gesellschaftliches Leben ebenso wie für jeden Augenblick eures persönlichen Lebens. Ist eine Situation eingetreten, in der es richtig erscheint, das Gesetz der Nächstenliebe aus Gründen des eigenen Vorteils zu ignorieren – weil alles andere sich nicht als eine akzeptable Lösung darstellt, – dann ging etwas gravierend Falsches vor­aus.

Nichts geschieht ohne Ursache, nichts kommt einfach so in die Welt, nichts kommt auf euch, eine Gruppe oder eine Nation „aus heiterem Himmel“ zu. Nichts, was den Kern der Unwahrheit oder des Un­wissens in sich trägt, kann beschlossen werden, ohne daß zuvor erfolgreich eine Kampagne der Gegen­satzkräfte gestartet und durchgeführt wird, auf daß der Geist der wahren Liebe nicht mehr erkannt wird.

Auch wenn das Gesetz von Saat und Ernte nicht bekannt ist oder nicht anerkannt wird, so läuft es doch ununterbrochen „im Hintergrund ab“. Es arbeitet unabhängig; es kann durch nichts in seiner Funk­tionsweise beeinträchtigt werden, es ist unbestechlich und gerecht. Doch es hebt dann die anstehenden Wirkungen, die Folge ungesetzmäßiger Handlungen sind, auf oder mildert sie, wenn das Fehlverhalten erkannt, bereut, wiedergutgemacht und nicht weiter praktiziert wird.

Insofern ist jeder Moment, ist jede Situation oder jedes Geschehen immer das letzte Glied einer Ket­te, die oft unzählig viele Glieder aufweist, die sich aneinanderreihen wie die Perlen einer Schnur. Diese Gesetzmäßigkeiten wurden und werden euch nicht gelehrt. Meine veränderte Lehre weist dieses funda­mentale Wissen nicht mehr auf. So konnte und kann es geschehen, daß Menschen zur Lösung einer schwierigen Lage auf das einzige Mittel zurückgreifen, das sie kennen, das ihnen die Gegensatzkräfte mit einer ihr innewohnenden, falschen Logik schmackhaft gemacht haben: „Du hast ein Recht darauf, so zu leben, wie du es wünscht. Wer sich dem oder dir in den Weg stellt, den darfst du mit den dir zur Ver­fügung stehenden Mitteln bekämpfen.“

Dieser Ansicht folgen dann alle diejenigen, die es nicht besser wissen oder wissen wollen. Einen an­deren Lösungsweg, den Weg der Erkenntnis und Umkehr, kennen sie nicht. Oder sie wollen ihn nicht gehen. Und so schließt sich ein weiteres, schweres, unglückträchtiges Glied an die vielen an, die zuvor geschmiedet wurden.

Meine Lehre war und ist eine andere!

An jedem einzelnen liegt es zu überlegen und abzuwägen, inwieweit er blindlings seine irdische und geistige Zukunft denen anvertraut, die durch das, was sie tun, zum Ausdruck bringen, daß sie mit Mei­nen Ge­setzmäßigkeiten nicht vertraut sind, und die damit blinden Führern in einem verminten Gelände gleichen. Im Urchristentum herrschte diese Freiheit, bis es der Finsternis gelang, dieses Streben nach ei­genverantwortlicher Entscheidung mit teils subtiler, teils massiver Beinflussung zu unterbinden.

 

 

*

 

 

Nur derjenige darf sich ehrlichen Herzens christlich nennen, der sich bemüht, Meiner Lehre zu folgen, so gut ihm dies möglich ist. Das stellt keine Abwertung oder Verurteilung dar, wenn dies noch nicht der Fall ist; es soll lediglich dazu dienen – vor allem euch selbst gegenüber, – sensibler zu werden und ehrli­cher zu schauen. Meine Liebe zu euch, zu jedem, wird von eurer Entscheidung nicht berührt.

Wer weiß, wie er sich hätte verhalten sollen, dieses Wissen jedoch nicht umsetzt, der kann an einen Punkt in seinem Leben kommen, wo die Erkenntnis dämmert, etwas Wichtiges nicht beachtet zu haben. Manchmal ist es dann zu spät, um noch eine richtungsweisende und umfassend wirksam werdende Ver­änderung durchführen zu können. Dann sinkt oft der Mut, und Verzweiflung macht sich breit. Aber auch das, Meine geliebten Söhne und Töchter, ist kein Grund zu Resignation.

Auch noch in den letzten Minuten eures jetzigen Lebens wird die Hand, die ihr Mir entgegenstreckt, von Mir ergriffen. Selbst diese letzten Minuten können Wunder bewirken, nicht auf die Vergangenheit bezogen, sondern auf die viel wichtigere Zeit eures ewigen Lebens, die noch vor euch liegt. Selbst in dieser allerletzten Phase bestimmt ihr entscheidend mit, wie es mit euch weitergeht. Ihr legt den Samen für die Zukunft, und Mein Versprechen gilt, daß Ich euch helfe, das umzuwandeln oder auch zu tragen, was euch noch belastet. Denn Ich möchte dich, dich und dich – euch alle – bald wieder bei Mir haben.

Meine Liebe-Lehre ist nicht nur mit einfachen Worten zu beschreiben, sie ist einfach! Zwar ist die Umsetzung in eurem Alltag oft mit Schwierigkeiten verbunden, was aber nicht an Meiner Lehre liegt, sondern an eurem noch begrenzten Vermögen, jedem gegenüber das zu leben, was Meine Lehre beinhal­tet. Das wiederum hängt damit zusammen, daß ihr euch selbst und die Beweggründe eures Handelns kaum kennt und auch nicht um das Instrumentarium wißt, euch mit Meiner Hilfe zu verändern.

So bleibt ihr über viele Jahre bei euren alten, eingefahrenen Gewohnheiten, eurem eingeübten Le­bensstil und bei den Ansichten, die man euch beigebracht hat, ohne daß ihr ernstlich darüber nachdenkt, ob das wirklich der Weg sein kann, der euch von Sorgen und Ängsten frei macht; der euch schon hier auf Erden ein zufriedeneres Leben als bisher schenkt; der euer Leben im Jenseits vorbereitet; der euch zu der Liebe werden läßt, von der Ich als Jesus von Nazareth gesprochen habe.

Wenn ihr erkannt habt, daß es mit Glaube und Gnade allein nicht getan ist, habt ihr einen großen Schritt getan. Habt den Mut, auch den nächsten Schritt zu tun, der heißt: Ich möchte mich verändern, ich möchte die Hilfe annehmen, die in meinem Inneren darauf wartet, daß ich mich ihr zuwende?

Dann beginnen sich die Fesseln zu lösen, die euch bisher mehr oder weniger stark behindert haben; oftmals ohne daß ihr dies bemerkt habt. Eure Zeit ist bei aller Ungerechtigkeit, allem Leid und Elend eine Zeit der Gnade. Denn nie zuvor strömte in eure Welt mehr geistige Kraft aus den reinen Himmeln, die euch einerseits die Augen öffnet und euch andererseits helfen will, Entscheidungen zu treffen. Ihr fangt dann an, das Lügengewebe – und sei es noch so fein gesponnen – als das zu erkennen, was es ist: als den satanischen Versuch, die Herrschaft über eure Erde zu behalten und weiter zu festigen.

Dann sagt ihr Nein zu dem, was ihr als „ideologischen Zeitgeist“ erkennt. Dann werden euch nach und nach die Binden genommen, die vielfach noch auf euren Augen liegen. Ihr fangt an, im richtigen Licht zu sehen, was bisher getarnt daherkam. Das betrifft sowohl euch selbst als auch diejenigen, die dem Zeitgeist huldigen, die im Gewand der Freiheit und des Aufgeklärten auftreten; es gilt auch für die, die zwar Meinen Namen im Munde führen, Mein Liebegebot aber nicht an die erste Stelle ihrer Absich­ten und ihres Handelns stellen.

Mein Wort war ernst, eurer Zeit angemessen, aber dennoch von Meiner ganzen Liebe getragen; einer Liebe, die allen gleich gilt, ob sie nun gegen Mich sind, ob Ich ihnen gleichgültig Bin oder sich an Mei­ne Seite gestellt haben. Es liegt an euch, an jedem einzelnen, was er mit und aus Meinen Worten macht; ob er sich entschließt, dem wahren, inneren Christentum in seinem Leben mehr noch als bisher Bedeu­tung und Raum zu geben oder nicht.

Mein Segen fließt euch zu, stärkt und begleitet euch durch alle Tage eures jetzigen und ewigen Le­bens. Mein Segen ist gleich Meiner Liebe, ohne die es kein Leben gibt.

Amen

 

 

 

1) Das erinnert an das Wort des Großinquisitors in Dostojewskijs ‚Die Brüder Karamasow‘: „Wir haben deine Tat ver­bessert und sie auf dem Wunder, dem Geheimnis und der Autorität aufgebaut.“