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Aus Liebe zu Gott

Offenbarung vom 13. August 2017


 

Die Ansprache Gottes an den Menschen bzw. durch den Menschen vollzieht sich, wie alles in der Schöpfung, nach unumstößlichen, geistigen Gesetzmäßigkeiten. Die unterschiedlichen Schwerpunkte und Betrachtungsweisen in den Offenbarungen ergeben sich durch die göttli­chen Grundaspekte der Ordnung, des Willens, der Weisheit, des Ernstes, der Geduld, der Lie­be und der Barmherzigkeit, entsprechend auch der geistigen Mentalität desjenigen, der das Offenbarungswort aufnimmt. In und über allem aber wirkt die Liebe als Träger aller Offen­barungen, ohne die ein echtes Gotteswort nicht möglich ist.


 

 

Göttliche Offenbarung

 

 

Meine Söhne und Töchter, ihr sagt so oft, daß Ich die Liebe Bin. Wenn es, was nicht selten geschieht, einfach nur dahingesagt ist, weil ihr es so gehört oder gelesen habt, hinterlassen solche Worte in euch kaum Spuren. Dann sind sie wie Schall und Rauch. Kommen sie jedoch aus einem offenen Herzen, so sind sie getragen von eurer tiefen Überzeugung; dann habt ihr auch schon erfahren, wie Meine göttliche Liebe in eurem Leben gewirkt hat.

Wenn es Erfahrungen waren, die mit schönen und angenehmen Ereignissen einhergingen, dann ist es relativ einfach, mit einem kindlichen Dankeschön zu Mir, eurem himmlischen Vater, zu kommen. Wenn euch aber das Leben einen Lernprozeß vorsetzt, der nicht selten mit Leid und Sorgen verbunden ist, dann fällt es nicht immer leicht – manchmal wird es euch auch sehr schwer bis unmöglich –, darin Meine Liebe zu erkennen, euren Glauben aufrechtzuerhalten und euer Vertrauen nicht zu verlieren.

„ ... daß Leben einen Lernprozeß vorsetzt“ bedeutet, daß Mein fehlerfrei arbeitendes Gesetz wirksam wird, oft zu einem Zeitpunkt, der euch völlig überrascht, und auf eine Weise, die ihr nicht versteht. Ich Bin das Gesetz – das Liebe-Gesetz –, ihr könnt Mich und Mein Gesetz nicht getrennt sehen. Und dennoch Bin nicht Ich es als Person, wie sich das viele von euch fälschlicherweise vorstellen, der euch ein Unheil oder einen Schicksalsschlag schickt. In solchen Fällen ist Mein Gesetz aufgrund von Vorkommnissen, die in der Vergangenheit liegen, wirksam geworden. Es arbeitet mit absoluter Präzision. Ihr bezeichnet so etwas manchmal auch mit „das hat Gott zugelassen“, was zwar nicht falsch ist, aber oft den Beigeschmack vermittelt, als hätte Ich als Person – als eine strafende, rächende oder zurückschlagende Instanz – doch irgendwie „Meine Finger im Spiel“ gehabt.

Nein, in einem solchen Fall sind die „geistigen Spielregeln“ in Kraft getreten, ebenso, wie es bei euren irdischen Gesetzen geschieht, wenn ein Verstoß dagegen vorliegt. Keiner von euch käme auf den Gedanken, eine entsprechende Reaktion euren Regierenden persönlich anzulasten. Es sei denn, ihr protestiert grundsätzlich gegen die Gesetze eurer irdischen Führer.

Auf Mich und euch übertragen würde das bedeuten: Ihr lehnt Meine Gesetzmäßigkeiten ab, was durch euren freien Willen bedingt euer gutes Recht ist. Dann aber könnt ihr von Mir nicht gleichzeitig als der Liebe sprechen, denn Mein Gesetz und Ich sind eins!

Wer also ja sagt zu Mir, der ewigen Liebe, oder wer zumindest an Mich glaubt, der sagt damit gleichzeitig ja zu dem Gesetz, das Meine Schöpfung regiert. Das eine geht ohne das andere nicht.

Das Wissen darum ist für euren Rückweg zu Mir, für eure Innere Arbeit, unendlich wichtig, weil ihr ansonsten – bei all euer Liebe zu Mir – oftmals hilflos und enttäuscht seid, wenn ihr mangels des richtigen „Werkzeugs“ und der notwendigen Kenntnis und Erkenntnis nicht vorankommt. Deshalb führe Ich euch immer tiefer in Meine Weisheit ein; denn Ich wünsche Mir keine Ja-Sager und Blind-Glaubenden, sondern Söhne und Töchter, die eigenständig denken und entscheiden lernen. Nur so ist gewährleistet, daß ihr nicht in die raffiniert und zahlreich aufgestellten Fallen des Verführers lauft, die schon gleich nach Meiner Erlösungstat auf Golgatha aufgestellt wurden.

Es sind nicht nur Fallen, mit denen ihr zu Diebstahl, Lüge, Gewalt, Unzucht, Völlerei und vielem mehr verführt werden sollt; viel schlimmer sind die geistigen, unsichtbaren Verführungen, die ihr in den meisten Fällen nicht erkennt. Und genau hier hat Mein und euer Gegenspieler angesetzt und viele Meiner Menschenkinder in den vergangenen zweitausend Jahren auf eine falsche Fährte geführt, die euch in eine Sackgasse hat laufen lassen.

Euer Unvermögen, Mich immer und in jeder Situation als die bedingungs- und selbstlose Liebe erkennen zu können, hängt damit zusammen, daß euer Bewußtsein erst bedingt zur Entfaltung gekommen ist. An seiner Entfaltung, seiner Erweiterung zu arbeiten war und ist jedoch der Grund für eure Inkarnation. Es sind die Lernprozesse, die Aufgaben, die sich eine Seele in der Regel vorgenommen hat: nämlich entsprechend ihren Möglichkeiten die nächsten Schritte für ihr inneres Wachstum zu tun oder diese zumindest in ehrlichem Bemühen anzustreben; Schritte, die für einen jeden Menschen unterschiedlich sind. So erklimmt die Seele und mit ihr der Mensch Sprosse für Sprosse der Himmelsleiter und kommt auf diese Weise, sinnbildlich, seiner ewigen Heimat immer näher.

 

 

*

 

 

Den Gegensatzkräften mußte also daran gelegen sein, ein falsches Bild von Mir und Meiner Liebe zu zeichnen und Meine Lehre in entscheidenden Punkten zu verändern. Dies ist ihnen, abgesehen von den ersten Jahrzehnten des Urchristentums, auch gelungen. Es geschah dadurch, daß sie ihre eigenen, irreführenden Ideen und Denkweisen in Meine einfache Lehre der Liebe haben einfließen lassen, die Ich als Jesus von Nazareth brachte. So entwickelte sich – von unwissenden, obrigkeitshörigen Menschen und eingeschüchterten Gläubigen nicht bemerkt – schon nach wenigen Jahrhunderten eine Vorstellung von Mir und Meiner göttlichen Ordnung, die mit Meiner Liebe und Gerechtigkeit nichts mehr zu tun hatte. Dies ist bis heute so geblieben.

In anderen Glaubensrichtungen arbeitete die Finsternis anders, immer aber mit dem gleichen Ziel: Die Menschen Mein wahres Wesen nicht erkennen zu lassen, unter anderem dadurch, daß sie die anhaltende Befriedigung menschlicher Begierden als den höchsten Gipfel himmlischer Erfüllung darstellt. In anderen Ideologien wiederum paßte sie den Eintritt ins Jenseits und die Erreichung von Glückseligkeit den vorhandenen menschlichen Vorstellungen an; immer aber mit der konkreten Absicht, Mich als einen Gott darzustellen, den man entweder fürchten muß oder auf den man verzichten kann, weil man Ihn und Sein Wirken in dieser Welt ohnehin nicht versteht.

Von einer alles verstehenden und alles verzeihenden Liebe war kaum etwas übriggeblieben; wenn überhaupt, dann hielt die Vorstellung davon oftmals der Realität eures Alltags nicht stand. Zweifel, Unsicherheit und Unverständnis machten sich breit; und wenn man doch an dem Glauben an Mich festhalten wollte, mußte man Erklärungen für Mein Schweigen oder Meine angebliche Ungerechtigkeit finden. Diese Antworten stellten und stellen nicht selten nicht nur eure Liebe zu Mir auf eine harte Probe, sondern sie bringen euch oft auch auf eine „falsche Fährte“, die zwar eine Antwort – wenn auch oft eine fragwürdige und irreführende – bereithält, die euch aber auf dem Weg der Selbsterkenntnis und Veränderung nicht weiterbringt.

Als Jesus von Nazareth sprach Ich vom „Vater“, der euch liebt, und bei dem ihr euer wahres Zuhause habt. Ich benutzte und benutze diesen Ausdruck, damit Meine Kinder ein Gegenüber haben. Ja, Ich Bin euer aller Vater, aber Ich Bin viel mehr. Ich Bin alles! Ich Bin euch ebenso Mutter wie Freund und Freundin, Ich Bin das Leben schlechthin ebenso wie die Ewigkeit, Heiligkeit, Allwissenheit, das Ur-Licht, die Allgegenwart, das einzige Perpetuum Mobile der Schöpfung und unendlich vieles mehr. Es gibt nichts, was und wo Ich nicht Bin!

Für euch Menschen ist dies nicht faßbar; selbst die Engel, die Meine Wesenheiten und Eigenschaften verkörpern, sind nicht in der Lage, Mich zu ergründen. Dadurch, daß Ich Mich Meinen Kindern als Vater zu erkennen gebe, versetze Ich sie gleichzeitig in die Lage, zu Mir eine ganz persönliche Beziehung auf der Grundlage gegenseitiger Liebe aufzubauen, was mit der göttlichen Präsenz von z. B. Ewigkeit, Heiligkeit und Allgegenwart nicht möglich ist.

Es dauerte nicht lange, bis die Gegenseite die Menschen dazu verführte, sich ein Bild dieses, euch durch Jesus nahegebrachten Vaters zu machen, welches sich aber nicht nur auf die äußere Darstellung beschränkte, sondern dem man – mit schwerwiegenden Folgen – mehr und mehr menschliche Verhaltensweisen andichtete. Da die Menschen nicht oder kaum in der Lage waren, sich eine alles verstehende und verzeihende Liebe vorzustellen, nahm Ich, bedingt durch verführende Einflüsterungen, in ihren Augen nach und nach menschliche Züge und Verhaltensweisen an. Man produzierte die eigene Unvollkommenheit mit ihren Charakterschwächen auf Gott, auf Mich, die Liebe. In früherer Zeit erfand man so Götter und Göttinnen, in denen sich menschliche Eigenschaften widerspiegelten.

Derjenige, der die Liebe zu Mir, zu seinem Nächsten und zu sich selbst entwickelt hatte, erkannte Mein wahres Wesen. Er hatte keine Probleme damit, auch in schwierigen Situationen Meine führende Hand der Liebe zu suchen und zu erkennen. Die anderen belegten Mich in ihrem Unverständnis und ihrer Unwissenheit mit Attributen, die ihrer eigenen Veranlagung entsprachen.

So wurde Ich zu einem Gott der Drohungen, Strafen, Rache, Unbarmherzigkeit, Ungerechtigkeit, Knebelung, der scheinbaren Prüfungen, des Zorns und des Leiden-Lassens gemacht.

Doch wahrlich, Ich sage euch: Ich Bin kein Gott der droht oder straft, der Seine Kinder prüft, sie leiden läßt, der zornig werden kann oder eine Schuld als Druckmittel benutzt, um das Kind zu reglementieren. Dazu haben Mich die dunklen Kräfte und ihre Vasallen gemacht, die die Absicht hatten und nach wie vor haben, daß Ich Meinen Kindern fremd bleibe oder werde, damit diese sich in ihrem Unverständnis von Mir entfernen oder Mich erst gar nicht suchen.

Ich Bin, ein für alle Mal, ohne Ausnahme, ohne Einschränkung, auf ewig die Liebe! Meine Ordnung wird ausschließlich aufrechterhalten, und das Leben in den außerhimmlischen Bereichen wird ausschließlich bestimmt durch das Gesetz von Ursache und Wirkung, das als Ausdruck Meiner Liebe Teil der Heimholung Meiner Kinder ist, die die Himmel verlassen haben.

 

 

*

 

 

Seit Menschengedenken offenbare Ich Mich Meinen Menschenkindern; also sowohl in der Zeit, bevor Ich als Jesus in die Welt kam, als auch in den anschließenden Jahrhunderten. Dabei tat Ich nichts anderes als das, was jeder von euch tut, wenn er andere aufklären oder etwas lehren will: Ich paßte Mein Wort dem Verständnis derjenigen an, für die es gedacht war, denn Ich werde nie jemanden überfordern; etwa so, wie auch ihr nicht versuchen würdet, einem Erstklässler die Gesetze höherer Mathematik zu erläutern.

Die Schriften eures Neuen Testamentes enthalten daher Aufklärungen und Belehrungen, die über die Überlieferungen aus der Zeit davor hinausgehen, also über das, was in eurem Alten Testament enthalten ist. Aber auch als Jesus konnte Ich euch nicht mehr vermitteln als das, was die Menschen der damaligen Zeit verstanden und umsetzen konnten. Selbst das Wenige, gemessen an Meiner unergründlichen Weisheit, war für viele schon eine Herausforderung. Daher versprach Ich euch, daß Ich euch den Tröster senden werde, der euch führen und Weiteres lehren wird.1) So steht es in eurer Schrift. Und gleichzeitig lest ihr darin, und viele von euch glauben es – glauben beides! –, daß es seine Richtigkeit mit der Aussage hat, daß Ich jemandem, der den Worten eurer Schrift etwas hinzufügt, mit Plagen überhäufen werde, und jemandem, der etwas wegnimmt, seinen Anteil am Baum des Lebens wegnehmen werde.2)

Ich habe Mein Wort, euch Meinen Geist, den Tröster zu senden, gehalten, und es kam Neues mit umfassender Bedeutung und Tiefe aus Meiner Weisheit und Wahrheit in eure Welt. Neues bedeutet: etwas, das bisher noch nicht offenbar war, das noch nicht als Wahrheit bekannt und erkannt war. Wie kann man dann, Meine Söhne und Töchter, sagen, daß das, was Ich euch in der Folgezeit als weiterführende Erkenntnisse gebe, nur dann wahr sein kann und anerkannt wird, wenn es in den Schriften enthalten ist, die bereits da sind? Gleichen diejenigen, die so etwas – aus durchsichtigen Gründen – behaupten, nicht solchen, die ein Rechenbuch der zweiten Klasse nur deshalb ablehnen, weil das neue Buch Erklärungen und Aufgaben enthält, die im Rechenbuch der ersten Klasse nicht enthalten sind? Wie soll es mit einer solchen Einstellung jemals zu einer Weiterentwicklung kommen?

Gebraucht, in Verbindung mit eurer Herzenslogik, euren Verstand!

Nicht viel anders verhält es sich, wenn Meine Worte der letzten Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte, die ihr als „Neuoffenbarungen“ bezeichnet, immer nur gemessen werden an dem, was bereits als Offenbarung in der Welt ist. Kein Verkünder Meines Wortes wird jemals ein Bewußtsein haben, das in der Lage ist, Meine Weisheit umfassend wiedergeben zu können. Seine Ausdrucksweise, sein Wortschatz und seine intellektuellen Fähigkeiten spielen dabei ebenso eine Rolle wie seine Hingabe an Mich und seine Bereitschaft, sein Versprechen, einen einmal übernommenen Auftrag auch ausführen zu wollen. Und kein Wortträger, der Mich liebt, wird jemals von sich behaupten, daß Gott mit dem, was er – der Wortträger – empfangen durfte, nun alles gesagt hat. Er weiß, wenn er sich immer wieder um die Demut bemüht, auch um den schmalen Grat, auf dem er wandert. Ein Mir ergebenes Werkzeug wird auch niemals dazu auffordern, das Geoffenbarte an dem zu prüfen, was durch Mich bereits gesagt wurde. Es wäre das gleiche falsche Verhalten wie bei der Weigerung, alles abzulehnen, was in eurem Neuen Testament – von Menschen ausgesucht und als endgültiges Wort Gottes festgehaltenniedergeschrieben ist.

Auf diese Weise kann man nicht prüfen, ob es Mein Geist ist, der jeweils spricht, und ob es Meine Wahrheiten und Weisheiten sind, die da verkündet werden. Das Problem, zu erkennen, ob Ich es Bin oder nicht, hat in erster Linie derjenige, der sucht. Er muß für sich entscheiden. Tut er das nicht, gleicht er den Leichtgläubigen der letzten Jahrhunderte, die sich vorschreiben ließen, was die Wahrheit ist und was nicht.

Der Maßstab für deine Entscheidung liegt einzig und allein in dir. Er ist gegründet in deiner ehrlichen Suche und dem Wunsch, nur Mich und Meine Wahrheit und nicht Menschenwahrheit finden zu wollen. So ziehst du keine anderen Kräfte an, die möglicherweise Absichten haben, die nicht sofort zu erkennen sind, die dich aber dennoch knebeln und dich abhängig machen können.

Höre also, Mein Kind, auf dein Herz. Frage dich, ob du bei dem Wort, das dich anspricht, der selbstlosen Liebe begegnest, die nichts anderes will, als daß du heimfindest; allerdings nicht durch esoterische Techniken, sondern durch dein Bemühen, wieder zur Liebe werden zu wollen. Wenn du dich dabei mit Mir, der dich führenden Liebe verbindest, wirst du keinen Fehler machen können. Wenn dabei die Sehnsucht nach Mir die entscheidende Rolle spielt und nicht die Neugierde, verschiedene Wege ausprobieren zu wollen – was die Freiheit dir erlaubt, ohne dich deshalb zu „strafen“ –, dann werde Ich dich auf den Wegen führen, die dich schlußendlich zum Ziel führen. Es werden in deinen Augen möglicherweise Umwege sein, doch es werden keine Wege sein, die dich in Gefahr bringen oder sich als Sackgassen erweisen, auch wenn dir dies manchmal so erscheint.

Einen Fehler jedoch mache nie: Glaube niemals, daß du bereits am „Ende der Fahnenstange“ bist, nur weil die ersten Erkenntnisse in dir aufbrechen, und du Meine unmittelbare oder mittelbare Hilfe erlebst. Komme immer wieder zu Mir, bitte immer wieder von Herzen darum, daß Ich dich begleite und dir bei deinen Entscheidungen beistehe. Dann geht deine innere Entwicklung gesichert und schrittweise voran; denn alles ist Evolution, auch das, was sich in deinem Inneren vollzieht.

 

 

*

 

 

Ich wünsche Mir, daß Meine Kinder mehr als bisher anfangen, selbständig zu denken. Deshalb lt uns mit Blick auf das zuvor Gesagte anhand von drei Beispielen betrachten, ob an der weitverbreiteten Annahme, daß Ich euch prüfe, daß euer Leiden unumgänglich ist, oder ob es sein kann, daß Ich Mir vorbehalte, eine Schuld zu tilgen oder nicht, etwas Wahres dran ist.

In Ermangelung des Wissens um das Gesetz von Saat und Ernte und/oder um einer Selbstbetrachtung und -erkenntnis aus dem Weg zu gehen, wurde die Idee in die Welt gesetzt: „Gott schickt mir diesen Schicksalsschlag oder diese Notsituation, um mich zu prüfen.“ Mit dieser weitverbreiteten Annahme werden gleich „zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, wie ihr es ausdrückt:

Zum einen wird das unumstößliche Gesetz von Ursache und Wirkung außer Kraft gesetzt, das besagt, daß das, was dir widerfährt, auch etwas mit dir zu tun haben muß. Und zum anderen werde Ich als der Urheber deines Leidens angesehen, der dir etwas schickt, auf das du keinen Einfluß hast, das nichts mit dir zu tun hat. Wenn dem so wäre, würde das einer willkürlichen Auswahl gleichen – heute trifft es dich, morgen einen anderen –, die niemals mit Meiner Liebe vereinbar ist. Ich werde so zu einer Instanz gemacht, die etwas auf dich zukommen läßt, um deine Treue, dein Durchhaltevermögen, deine Liebe und anderes mehr zu testen.

Glaubt ihr das wirklich? Oder muß das nur als Ersatz dafür herhalten, weil ihr eine andere Antwort, aus welchen Gründen auch immer, nicht habt finden können? Wenn Ich euch nun sage, daß Ich eure innere Standfestigkeit niemals prüfen werde, schon allein deshalb nicht, weil Ich darum weiß – ganz egal, was ihr, in welchen Schriften auch immer, lest –, dann bleibt, wenn ihr mit der Herzenslogik arbeitet, nur eine einzige Erklärung übrig: Es muß etwas mit demjenigen zu tun haben, den das Schicksal berührt hat. Ansonsten würde Mein Gesetz fehlerhaft arbeiten, weil dich etwas getroffen hat, mit dem du nicht in Beziehung stehst.

Ein solches Denken birgt die große Gefahr in sich, einer Selbsterkenntnis aus dem Weg zu gehen. Es mag sein, daß die ersten Erkenntnisversuche nicht viel bringen oder erst zu einer leisen Ahnung führen; aber dann davon auszugehen „Gott will mich jetzt prüfen, das hat nichts mit einem irgendwie gearteten Verhalten meinerseits zu tun“, bringt euch nicht weiter. Bittet Mich in solchen Fällen darum, daß Ich euch zeige, wo eine Korrektur in eurem Denken oder Handeln erforderlich ist. Dann seid wachsam und geht voller Vertrauen und ohne Schuldgefühle an das heran, was als Möglichkeiten in euch empordämmert, weil Ich es habe in euch aufsteigen lassen.

Wenn Ich euch also nicht prüfe, so bleibt es euch doch unbenommen, in schwierigen Lebenslagen eure Beziehung zu Mir zu überprüfen ...

Ganz ähnlich verhält es sich mit der Annahme, daß es unumgänglich ist, daß Leid in euer Leben tritt. Wahr ist, daß ihr mit einer Inkarnation ein Risiko eingeht, und daß euch ein gewisses Maß an Leid nicht erspart bleibt; das schon allein deshalb, weil ihr mehr oder weniger eingebunden seid in das Weltenkarma, und es nicht ausbleibt, daß ihr euch – wenn auch meist ungewollt und unbewußt – in unterschiedlich starkem Umfang belastet durch euer Verhalten, zum Beispiel eurer Umwelt gegenüber. Auch tragen viele von euch ein kleines Stück des „Weltenkreuzes“ mit, auf daß nach und nach umgewandelt und aufgelöst wird, was sich im Verlaufe vieler Jahrtausende an Negativem angesammelt hat. Aber all das haben viele von euch vor ihrer Inkarnation gewußt.

Darüber hinaus aber gibt es das persönliche Leid, welches verursacht wurde und wird durch euch selbst. Ich Bin in die Welt gekommen, um euch auch davon zu erlösen, um euch zu ersparen, in immer tiefere Verstrickungen zu geraten, die immer größere Not nach sich ziehen. Ein Mich liebendes Herz kann also niemals auf die Idee kommen, Sorgen und Schmerz seien zwangsläufig gegeben. Im Gegenteil: Ich habe Mich am Kreuz nicht nur deshalb geopfert, um euch eure Heimkehr wieder zu ermöglichen und um euch Kummer und Verzweiflung im Jenseits zu ersparen, sondern auch, damit sich euer irdisches Leben leichter gestaltet, indem ihr vieles mit Meiner Hilfe schon im Vorfeld aus dem Wege schafft, das euch ohne eine entsprechende Veränderung euer Leben schwermachen würde.

Auch hier erkennt ihr das gerechte Wirken des Gesetzes von Ursache und Wirkung, das nur dann und dort die Ernte zur Ausschüttung kommen läßt, wenn zuvor permanent gegen das Liebegebot verstoßen wurde. Euch ein Leiden damit zu erklären, daß es aus der Hand Gottes kommt, womöglich noch mit der Begründung, daß dies Liebe sei3), entlarvt die Unwissenheit derjenigen, die solche Thesen vertreten. Es bleibt – dafür habt ihr die Freiheit des Denkens und der Entscheidung bekommen –, einem jeden überlassen, ob er diesem angstmachenden, unverständlichen Wort euer Schrift anhängt oder Meinen Worten Glauben schenkt und seinem Herzen folgt.

Ein letztes Beispiel, um euer Mitdenken ein wenig zu fördern. Viele von euch tragen Schuldgefühle mit sich herum, die ihnen auch nach vielen Jahren noch das Leben schwermachen. Sie können sich kaum oder gar nicht vorstellen, daß Meiner immer verzeihenden Liebe alles möglich ist! Sie unterstellen Mir in diesem Punkt ein durch und durch menschliches Verhalten, weil sie es nicht besser wissen: „Wie kann mir verziehen werden, der ich doch so schlecht und falsch gehandelt habe?!“ Das ist ihr Empfinden, ihre falsche Argumentation sich selbst gegenüber, die sie unter Umständen ein Leben lang daran hindern kann, voller Vertrauen wie ein Kind zu seinem Vater zu gehen.

Es gibt nichts, das Ich nicht verstehe oder verzeihe. Es gibt nichts, das Ich als eine Art Pfand zurückhalte, das Ich als Druckmittel einsetze, um damit Mein Kind in der Unfreiheit seiner Schuldgefühle zu lassen. So unüberlegt handeln höchstens Eltern, wenn sie glauben, ihr Kind auf diese Weise problemloser und mit weniger Widerstand erziehen zu können.

Wer Mir ein solches Verhalten unterstellt, der kennt Mich nicht; der weiß noch nichts von Meiner Liebe und Meiner Großherzigkeit.

Ich gebe euch ein Bild: Ihr lebt in einem Streit mit einem eurer Mitmenschen. Die Hauptschuld trägt der andere. Eine Zeit lang hat euch die Situation beschäftigt, bis ihr erkannt habt, daß ihr euren Teil zur Auflösung des Streites beitragen müßt. Da ein vernünftiges Gespräch mit dem anderen nicht möglich ist, entscheidet ihr euch – unabhängig davon, ob und wann der andere zur Versöhnung bereit ist –, eurem Gegenüber zu verzeihen, und zwar jetzt schon, obwohl er die Bitte um Vergebung noch gar nicht ausgesprochen hat.

Irgendwann kommt euer Kontrahent in der Erkenntnis seines falschen Verhaltens auf euch zu, entschuldigt sich und bittet darum, wieder in Frieden mit euch leben zu können. Er rennt mit seiner Bitte sozusagen „offene Türen“ ein. Und noch ehe er seinen Satz zu Ende gebracht hat, ist die Sache aus der Welt. Denn von eurer Seite aus gab es ja nichts mehr zu überlegen und zu verzeihen. Der andere war überrascht, daß ihr nicht noch einmal nachgehakt und sein Verhalten beleuchtet habt. Davon ungeachtet bleibt natürlich, einen verursachten Schaden wieder gutmachen zu müssen. Das gehört zu einem gerechten Ausgleich.

Eine Bitte, ein Händedruck, ein Lächeln, eine Erleichterung, ein Neuanfang! So einfach kann das sein.

Nun übertragt dieses Bild auf das Verhältnis eines Menschen zu Mir. Wenn schon ein Mensch für einen solchen Akt der Vergebung die innere Stärke aufbringen kann, sollte dies dann Mir, der Liebe, nicht möglich sein? Wahrlich, Ich sage euch, es sollte nicht nur möglich sein; so handle Ich!

Wenn du also in der aufrichtigen Erkenntnis, einen Fehler gemacht oder Schuld auf dich geladen zu haben, zu Mir kommst, dann sei gewiß Mein Kind, daß es kein Überlegen oder Zögern Meinerseits geben wird, deine ausgestreckte Hand zu ergreifen. Deine Schuld hat dann, im gleichen Augenblick, keinen Bestand mehr vor Mir, wenn dein Herz erkennt und bereut, und du bereit bist, eine Veränderung deines Verhaltens herbeizuführen.

Ich wünsche Mir freie Kinder; Ich Bin nicht derjenige, der dich in den Fesseln deiner Schuldgefühle hält. Das beabsichtigt die Finsternis, der nicht daran gelegen ist, daß du dich aufraffst und durch diesen nicht immer leichten Prozeß hindurchgehst. Denn wenn du das tust, löst du die Fesseln, mit denen man dich bisher halten konnte, und machst die ersten, befreienden Schritte auf das Leben, auf das Licht zu. Daran kann der Dunkelheit nicht gelegen sein, denn damit verliert sie die Macht über dich, über jeden, der sich entschließt, durch eine ehrliche Selbsterkenntnis den eingetretenen Pfad alter Verhaltensweisen zu verlassen.

Die oft auch aus Unwissenheit oder mangelnder Bereitschaft zur Veränderung gebrauchte Ausrede,„meine Schuld ist so groß, die kann Gott niemals verzeihen“, gilt nun nach dieser Aufklärung nicht mehr.

Mein Sohn, Meine Tochter, die Liebe hat zu dir gesprochen. Sie möchte dich näher an sich heranziehen, dich herausholen aus Trübsal und Leid, für das du oft keine Erklärung hast. Das geht aber nur, wenn du dich ihr – Mir – zuwendest; wenn du es tief und fest in dir verankerst, daß Ich ohne Wenn und Aber die Liebe Bin, und damit völlig anders, als man es dir beigebracht hat oder du es dir selbst eingeredet hast.

Ich Bin in die Welt gekommen, um zu retten. Aus dem gleichen Grunde erhebe Ich Mein Wort gegen alle Widerstände. Nichts und niemand wird verhindern können, daß schlußendlich die Liebe siegt. Laß dich von dem Licht, das Ich in die Welt strahle, erfassen und werde so selbst zum Licht. Werde zum Künder Meiner Liebe, die du selbst an dir erfahren hast und ständig erfahren wirst. Dann wirst auch du durch dein Leben Zeugnis davon geben können:

Gott ist völlig anders, als ich dachte. Er engt mich nicht ein, Er nimmt mir nichts. Er achtet meinen freien Willen. Er droht nicht, Er straft nicht, Er ängstigt nicht. Seine Liebe ist unfaßbar groß. Ich erlebe sie. Sie hat mich frei gemacht, und sie wird mich noch viel freier machen, wenn und weil ich mich entschieden habe, mit Ihm zu leben. Unabhängig davon, was immer man von Ihm erzählt.“

Für eine solche Entscheidung, Meine Geliebten, fließt euch in höchstem Maße Meine Kraft zu.

Amen

 

 

 

 

1) Joh. 16, 13

2) Offenbarung 22, 18 – 19

3) Hebräer 12, 6: „Wen Gott liebt, den züchtigt er“. Wenn Sie sich folgende Situation vorstellen, dann wird die Absurdität dieser Erklärung deutlich: Ein Kind, in der Schule angesprochen auf sein blaues Auge und einen fehlenden Zahn, antwortet: „Das war mein Vater, das macht der ab und zu, um zu prüfen, ob ich ihn trotz der Schläge immer noch liebe.“ - Da hilft auch kein Rückgriff auf Hiob ...