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Aus Liebe zu Gott

Offenbarung vom 27. April 2021


 

Die Ansprache Gottes an den Menschen bzw. durch den Menschen vollzieht sich, wie alles in der Schöpfung, nach unumstößlichen, geistigen Gesetzmäßigkeiten. Die unterschiedlichen Schwerpunkte und Betrachtungsweisen in den Offenbarungen ergeben sich durch die göttli­chen Grundaspekte der Ordnung, des Willens, der Weisheit, des Ernstes, der Geduld, der Lie­be und der Barmherzigkeit, entsprechend auch der geistigen Mentalität desjenigen, der das Offenbarungswort aufnimmt. In und über allem aber wirkt die Liebe als Träger aller Offen­barungen, ohne die ein echtes Gotteswort nicht möglich ist.

 

 

 

Göttliche Offenbarung

 

 

Meine geliebten Söhne und Töchter, als Jesus von Nazareth sprach Ich zu den Menschen in einer einfachen Sprache. Es war die Sprache des Herzens, die Sprache der Liebe. Hätte Ich Mich ausgedrückt wie die Schriftgelehrten und Pharisäer, die Intellektuellen der damaligen Zeit, so hätten Mich Meine Zuhörer nicht verstanden; zumindest nicht so verstanden, wie es erforderlich ist, dass aus dem Gehörten und Erlebten eine Erkenntnis erwächst, die aus dem Herzen kommt und den ganzen Menschen in seinem Denken, Reden und Tun erfasst.

Es waren Männer und Frauen aus dem Volk, die bereit waren, Mir zuzuhören. Und nicht nur, dass sie bereit waren: Sie sehnten sich nach der Wahrheit, sie spürten die alles verstehende und alles verzeihende Liebe, die Ich ausströmte, und die Worte aus Meinem Mund fielen wie Wassertropfen in den Boden ihrer dürstenden Seelen. Es waren viele darunter, die sich bewusst in dieser Zeit für eine Inkarnation entschieden hatten. Sie taten es aus unterschiedlichen Gründen, um Mir beispielsweise bei der großen Aufgabe zu helfen, die Liebe in die Welt zu bringen, oder um die Möglichkeit wahrzunehmen, einen entscheidenden Schritt in ihrer Seelenentwicklung tun zu können.

Und so warteten viele, viele Menschen – ohne dass ihnen dies bewusst war – darauf, geistige Nahrung von Mir zu bekommen, die ihnen zu einem besseren Verständnis verhelfen sollte, was die unzähligen offenen Fragen ihres Daseins betraf, und zwar sowohl in ihrem persönlichen Miteinander als auch in Bezug auf das öffentliche Leben. Dazu gehörten vor allem Belehrungen über das richtige Tun und Lassen, das noch weitgehend geprägt war durch die Gesetze des Alten Bundes und das, was daraus in Unkenntnis und Fehldeutung gemacht worden war. Der gute Wille, sich anders zu verhalten als zuvor, war bei vielen vorhanden, aber das Bewusstsein für ein Leben nach den Gesetzmäßigkeiten Meiner göttlichen Liebe, die die gesamte Schöpfung regieren, war noch nicht geweckt.

Ich begann also, sie unter anderem mit Bildern und Gleichnissen aufzuklären und sie entsprechend zu unterweisen, um sie so Schritt für Schritt an Meine ewigen Wahrheiten heranzuführen. Mit dem Wissen, das heute in der Welt ist – beispielsweise über feinstoffliche Welten, positive und negative Energien, satanische Beeinflussungen aus dem Unsichtbaren, die raffinierten Versuche, die Menschen mit den Möglichkeiten der Unterhaltung und Technik abzulenken und zu binden und vieles mehr –, hätte Ich sie überfordert. Ich hätte manchen sogar abgeschreckt, weil alle Grundlagen für ein Verstehen tiefer Zusammenhänge fehlten.

Was Ich ihnen vermittelte, und was bruchstückhaft und teilweise verfälscht in eurer Schrift festgehalten ist, war in erster Linie, dass Ich als Gott und Schöpfer auch der Vater aller Meiner Kinder Bin, dass Ich die selbstlose und bedingungslose Liebe Bin, dass es aber auch das Böse gibt, das sich auf vielerlei Arten den Menschen nähert, um sie zu verführen. In diesem Zusammenhang sprach Ich davon, dass es geboten ist, auch seine Feinde zu lieben.

Es waren einfache Bilder, die Ich gebrauchte, und deshalb konnte sie auch jeder verstehen und überlegen – wenn er dazu bereit war –, wer in dem Gleichnis der Feindesliebe mit „Feind“ wohl gemeint war. Wer ehrlich war, wurde schnell fündig, sowohl in seinem persönlichen Umfeld als auch hinsichtlich der politischen Situation, die durch die Besatzung der Römer geprägt war.

Etwas Bedrohendes, etwas, das euren Zorn hervorruft oder starken Widerspruch, das euch ängstigt, stört oder unruhig macht, tritt euch zwar in Form eines Menschen oder durch seine Absichten und Taten entgegen, aber die meisten von euch wissen inzwischen – nicht zuletzt durch Meine Aufklärungen –, dass es nicht so einfach ist. Ich will an dieser Stelle nicht den Aspekt beleuchten, warum euch etwas ärgern oder ängstigen kann. Das ist ein Thema, das schon oft besprochen wurde, und das immer etwas mit demjenigen zu tun hat, der entsprechende Gefühle und Reaktionen in sich verspürt.

Ich lenke eure Überlegungen in folgende Richtung: Alles ist Energie, und Gleiches wirkt auf Gleiches ein. Keiner kann etwas denken oder auch nur empfinden, ohne im selben Augenblick in Kommunikation zu gehen mit gleichschwingenden Kräften verschiedenster Art, die entweder in persönlicher oder als Energiefelder in unpersönlicher Form auftreten. Er ist also, wenn ihr so wollt, nur Ausführender oder Zuarbeiter, wenn es darum geht, ihn zu einem Verhalten zu bewegen, das nicht Meinem Liebesgebot entspricht. Den Anstoß für sein Handeln geben andere, was ihnen deshalb möglich ist, weil sie entsprechende Voraussetzungen in seiner Seele, in seinem Charakter vorfinden. Mit „andere“ sind diejenigen gemeint, die als geistige Wesen vor unendlich langer „Zeit“ den Fall verursacht haben und seitdem ihren Kampf gegen Mich führen.

 

 

*

 

 

Wenn Ich euch frage, wer eure Freunde sind, so werdet ihr nicht lange brauchen, um eine Antwort zu finden: Es sind die Menschen in eurer nahen oder fernen Umgebung, mit denen ihr vertraut seid, mit denen euch etwas verbindet, die ihr mögt und vielleicht sogar innig liebt.

Die Antwort auf die Frage nach euren Feinden ist auch nicht schwer zu beantworten. Es sind diejenigen, die euch nichts Gutes wünschen oder wollen, und die sich in eurer Nachbarschaft, an eurem Arbeitsplatz, in diversen Gemeinschaften oder auch in Gesellschaft und Politik finden lassen.

Wenn ihr dem im Großen und Ganzen zustimmt, dann muss Ich euch daran erinnern, dass ihr noch weitaus mehr Freunde habt als die, die euch eingefallen sind. Und damit meine Ich eure Geschwister im Geistigen, euren Schutzengel, die vielen Helfer, die ihm und euch zur Seite gestellt sind und all diejenigen, die euch aus dem für euch Unsichtbaren heraus begleiten. Sie handeln im Auftrag der Liebe und sind als wirkliche Freunde selbstlos bemüht, euch zu unterstützen, euch aber auch vor Unbill und Behelligung zu bewahren, soweit ihnen dies möglich ist.

Und habt Ihr bei eurer „Suche“ nach den Freunden auch an Mich gedacht, der Ich euch in Jesus Christus Bruder wurde, der in euch wohnt, und der euer Leben ist für alle Ewigkeiten? Einen besseren Freund kannst du nicht finden, denn es gibt keinen.

Lasst Meine Worte für einen Augenblick in euch wirken …

Wenn ihr verstanden habt und Meinen Worten glaubt, dann ist die „kleine Welt“, in der ihr für eine mehr oder weniger lange Weile lebt, ein Nichts gegenüber der nicht-materiellen Welt, die euch umgibt, und in der ihr eure Freunde habt, die ihr umarmen werdet, wenn ihr das Jenseits wieder betretet.

Und eure sogenannten Feinde? Auch sie sind in der nicht-materiellen Welt zu Hause, von der die meisten von euch nichts wissen, oder an die sie nicht glauben. Ich wiederhole wegen der Wichtigkeit: Nicht nur eure Freunde leben in den unsichtbaren Bereichen, die euch umgeben; auch eure Feinde halten sich hier auf, viele schon seit Äonen. Von hier gehen die Bedrohungen aus, vor denen ihr euch fürchtet. Durch Handlanger werden sie in eurer Welt Realität. Oder, wie Ich es vor kurzem ausdrückte: „Das, was ihr erlebt, ist die Umsetzung eines Planes, der in der Hölle ausgeheckt, in die Materie getragen und auf eurer Erde ausgeführt wird.“

Ich weiß, dass sich so mancher von euch daran stößt, dass Ich immer wieder auf das Vorgehen der Finsternis zurückkomme. Es wäre ihm lieber, Ich würde ausschließlich über die Liebe reden, über das Schöne und Positive. Das alles ist Teil Meines Wesens, und es liegt auch in ungeahnter Größe und Vielfalt in dir, Mein Sohn, Meine Tochter. Mein Wunsch ist es, dass sich wieder in dir erschließt, was Ich in dich hineingelegt habe. Und Ich weiß auch, dass es der Wunsch vieler Meiner Kinder ist.

Aber habt ihr bedacht, dass negative Kräfte dagegenstehen, die es euch erschweren oder gar unmöglich machen wollen, dass sich euer Wunsch nach Freiheit, Licht und Weite, nach Gesundheit, Harmonie und Nähe zu Mir erfüllt? Sprach Ich nicht als Jesus davon, dass das Böse des Nachts heimlich Unkraut auf den frisch eingesäten Acker brachte, um die Weizenernte des Landmanns zu schädigen? Was glaubt ihr, wer das Unkraut säte und auch heute noch ununterbrochen sät? Und was glaubt ihr weiter, was Ich mit dem Acker gemeint habe? Ist es wirklich so schwer, in dem Unkrautaussäer den Teufel, das Böse schlechthin, und in dem Acker eure Seele zu erkennen? Nicht irgendeine Seele, sondern deine und deine und deine …?

Euch alle, die ihr guten Willens seid, und die ihr euch bemüht, Meine Lehren in eurem Alltag umzusetzen, frage Ich: Wer torpediert eure guten Absichten? Wer nimmt euch manchmal den Mut? Wer aktiviert immer wieder alte Gewohnheiten, die ihr längst ablegen wolltet? Wer hindert euch daran, immer so freudig voranzuschreiten, wie ihr es euch vorgenommen habt?

Hier liegt für viele ein Problem: Dass sie nicht die Zusammenhänge erkennen zwischen ihren Problemen und Schwierigkeiten und einem aus dem Unsichtbaren wirkenden Einfluss, der ihr Bemühen erschwert. Dies geschieht dadurch, dass die Belastungen in eurer Seele – um die jeder Verführer weiß, der euch aus dem Astralen heraus beobachtet – immer wieder und meistens von euch unbemerkt „angestoßen“ werden, sodass ihr dazu gebracht werdet, ein altes, nicht der Liebe entsprechendes Verhalten erneut zu praktizieren, anstatt es mit Meiner Hilfe in Stärke umzuwandeln.

Das ist das Unkraut, das – ohne dass ihr es bemerkt – ständig erneut ausgebracht wird, sodass der Weizen nicht in dem gewünschten Umfang und mit der erhofften Güte reifen kann. Kann Ich, euer Vater, schweigen, wenn Ich die Unfähigkeit Meiner Kinder sehe, das Ausmaß dieser Verführungsmethode zu erkennen oder, falls sie sie doch erkannt haben, die Gefährlichkeit dieser permanenten Angriffe zu begreifen? Ordnet, Meine Geliebten, unter diesem Gesichtspunkt Meine immer wieder ausgesprochenen Ermahnungen zur Wachsamkeit ein.

 

 

*

 

 

Eure Feinde lauern also nicht nur im Äußeren; diese sind in der Regel nicht schwer auszumachen, zumindest nicht eure persönlichen. Nicht so einfach ist es mit denen, die unsichtbar und daher von euch unbemerkt darauf warten, euch zu schaden. Das Gebot der Feindesliebe zu praktizieren ist auch deshalb nicht leicht, weil sich viele Menschen weigern, ihre Feinde erkennen zu wollen. Das ist auf den ersten Blick nicht einfach zu verstehen. Doch es gibt Gründe dafür:

Zum einen die Auffassung, dass man nicht verurteilen darf, und es deshalb besser ist, seine Feinde nicht zu kennen, damit man in diese Versuchung erst gar nicht gerät;

zum anderen die Notwendigkeit, mögliche Konsequenzen aus der Erkenntnis ziehen zu müssen, diesen oder jenen als Feind erkannt zu haben, was nicht selten mit persönlichen Nachteilen verbunden ist. Da ist es einfacher, nicht um sein Vorhaben und seine Gefährlichkeit zu wissen, in etwa nach dem Motto „Was ich nicht weiß, das macht mich nicht heiß“.

Täuscht euch nicht, Meine Geliebten, wenn ihr zu einem solchen Verhalten neigt. Es gleicht oft einem „Sich-Durchwurschteln“, doch es kann auf Dauer nicht die Lösung sein.

Auch Ich verschließe niemals Meine Augen und Ohren. Ich Bin allgegenwärtig und sehe und höre alles, was in Meiner Schöpfung geschieht. Alles ohne Ausnahme! Also auch das abgrundtiefe Böse, das gegen Mich, Meine Schöpfung und damit gegen Meine Kinder gerichtet ist.

Ich sehe und höre – und liebe dennoch! Aber Ich bleibe, wie ihr es ausdrückt, „nicht daran hängen“, sondern setze all Meine Liebe ein, um die Verirrten erkennen zu lassen, was sie getan haben und noch tun. Auf diese Weise bereite Ich ihnen ihren Weg, der sie wieder heimführt. So zu handeln soll auch euer Ziel sein, auch wenn ihr es noch nicht unbedingt vor Augen habt. Doch ihr seid auf dem Weg dorthin, und die Kraft dafür liegt schon in euch.

Es ist absolut richtig, in Empfindungen und Gedanken nichts Negatives aufzubauen und damit der Gegenseite eventuell noch Energie zu liefern! Das bedeutet aber nicht, vorsichtshalber die Augen vor allem zu verschließen. Hinschauen, erkennen und einordnen – und dann ohne Angst, gleich welcher Art, das Erkannte nicht weiter in Gedanken oder Worten bewegen. Das ist nicht einfach! Aber: Ihr müsst um diejenigen und ihre Absichten wissen, die gegen euch kämpfen und euch zu Fall bringen wollen. Erst dann, wenn ihr sie kennt, könnt ihr sie als eure „Feinde“ lieben lernen. Ansonsten gleicht ihr Menschen in einer Burg, die sowohl die angreifenden Belagerer als auch die noch nicht geschlossenen Türen und Fenster des eigenen Hauses ignorieren. Auch Ich habe den Satan, der Mich in der Wüste während Meines Fastens aufsuchte, nicht falsch eingeschätzt, sondern ihn als das erkannt, was er war: als den Teufel, der Meine Erdenmission zum Scheitern bringen wollte, noch bevor sie richtig begonnen hatte.

Das „Geheimnis“ und gleichzeitig die Schwierigkeit besteht jedoch darin, mit der Erkenntnis, was das Satanische ist und was es anstrebt, richtig umzugehen; und zwar richtig im Sinne der Liebe.

Wie also sollt ihr denen begegnen, die euch nicht wohlgesonnen sind?

Das Wirken der unsichtbaren Strippenzieher erkennt ihr nur, wenn ihr die negativen Früchte betrachtet, die auf eurer Erde als Folge ihrer Einflussnahme in Erscheinung treten. Eher zu erkennen sind diejenigen, die die Pläne des Bösen auf und in der Materie realisieren. Und dann sind da auch noch die Menschen, die ihr in eurem persönlichen Leben – zu Recht oder Unrecht – als Feinde betrachtet.

Der Begriff „lieben“ kann vielfältig ausgelegt werden. Seine Bedeutung ändert sich mit der unterschiedlichen inneren Nähe zum anderen, was deutlich wird, wenn es um den Partner und die Kinder oder um entfernte Bekannte geht. Wenn davon die Rede ist, alle gleichermaßen zu lieben, so ist damit das Prinzip aufgezeichnet, das in den Himmeln gilt und auf dem Weg dorthin angestrebt werden sollte. Niemand wird verlangen, seine Unterdrücker oder Peiniger schon zu Lebzeiten mit der gleichen Innigkeit und Wärme zu lieben, wie dies bei anderen, vertrauten Menschen möglich ist. Oder glaubt ihr, dass Ich denjenigen, die Mir bei Meiner Geißelung Haut und Fleisch herausgerissen haben, die gleiche Liebesempfindung entgegenbringen konnte, wie dies beispielsweise Meiner Mutter gegenüber der Fall war?

Wenn ihr ernstlich anfangen wollt, eure Nächsten und besonders eure Feinde zu lieben, dann achtet auf eure inneren Regungen, die ablaufen, wenn ihr ihnen begegnet oder mit ihrem Tun konfrontiert werdet. Es ist richtig, euren Nächsten, und sei er noch so böse, zu segnen oder für ihn zu beten. Doch zu segnen und zu beten kann auch zu einer Täuschung werden, die euch glauben lässt, das Liebesgebot schon mehr oder weniger erfüllt zu haben. Entscheidend sind eure Empfindungen!

Es wäre daher ein guter Anfang bei eurem Bemühen, wenn ihr darauf verzichtet, mit gleicher Münze zurückzahlen zu wollen, was bedeutet: Niemals Gleiches mit Gleichem vergelten zu wollen, selbst dann nicht, wenn ihr dazu in der Lage wäret. Es bedeutet weiterhin: Den anderen nicht „herunterzumachen“, weder gedanklich noch mit Worten, und sich zu bemühen, ihn nicht anzuklagen oder zu verurteilen. Und es bedeutet schließlich, wenn ihr ein noch höheres Ziel anstreben wollt: Eurem Feind zu vergeben!

Ich rege ausdrücklich und immer wieder an, dass ihr für eure Feinde betet und sie segnet, möchte aber mit euch kurz betrachten, was beim Beten und Segnen geschieht bzw. geschehen kann; damit ihr einerseits die Kraft verspürt, die darin liegt, wenn ihr dies aus dem Herzen heraus praktiziert, andererseits aber auch erkennt, wie kraftlos beides sein kann, wenn es nur Worte sind, die dabei gesprochen werden.

Ich nehme das Segnen als Beispiel. Alles ist Energie, und ein Segen, der im Einklang mit Mir ausgesprochen wird, trägt ein sehr hohes Energiepotenzial in sich. Er gleicht einem kraftvollen Licht-Liebesstrahl, der von demjenigen ausgeht, der ihn aussendet, und der dann auf den trifft, für den er gedacht ist. Was er beim Empfänger auslöst, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die allesamt im Empfänger begründet sind. Verloren ist eine Segensenergie niemals, auch dann nicht, wenn sie vom Empfänger aufgrund seiner Seelenbeschaffenheit im Moment nicht aufgenommen werden kann. Sie steht ihm jedoch ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung, wobei es auch sein kann, dass sie „indirekt“ wirkt, indem sie z. B. auf verschiedene Art und Weise seine Selbsterkenntnis fördert.

Jeder Mensch kann nur das geben, was er hat. Wenn ihr euch daher bemüht, eurem „Feind“ in Gedanken positiv gegenüberzutreten, wenn ihr ihm helfen wollt – ganz gleich, was er getan hat –, wenn ihr versucht, euer Herz ohne Vorwürfe beim Segnen sprechen zu lassen, dann tut ihr das, was durch die Aufforderung, seine Feinde zu lieben, geboten ist.

Auch dadurch, dass ihr der Gegenseite klarmacht, dass ihr auf ihre Anfechtungen und Versuchungen nicht hereinfallt, weil ihr andere Ziele – nämlich ein bewusstes Leben mit Mir – anstrebt, könnt ihr sie lieben; denn nur so, das heißt durch euer Vorbild, wird die Dunkelheit schließlich davon überzeugt, dass sie niemals den Sieg davontragen kann. So wird sie schlussendlich bekehrt: durch Menschen, die durch ihr Leben von Meiner Liebe künden!

Genauso wie mit dem Segnen verhält es sich auch mit dem Gebet.

Entscheidend aber ist, dass ihr Mich in euer Tun mit einbezieht. Ihr alleine vermögt wenig oder nichts. Wenn ihr in Gedanken zu eurem Bruder oder eurer Schwester geht, dann nehmt Mich mit! Bei allem, was ihr dann im Geiste unternehmt, Bin Ich mit Meiner Liebe an eurer Seite. Eure Gebete und eure Segnungen werden durch Mich um ein Vielfaches verstärkt. Auf diese Weise wird Liebesenergie in jedes Geschehen geschickt, jede Person, an die ihr denkt, wird von ihr berührt. Ihr werdet damit ein Teil des großen „Lichtheeres“, das aus unzähligen Engeln, Seelen und Menschen besteht, die den vor euch liegenden Umwandlungsprozess mit ihrer Liebe begleiten. So könnt auch ihr euren Beitrag dazu leisten, dass noch so manches abgewendet werden kann, und vieles nicht in dem großen und leidvollen Ausmaß ablaufen muss, wie es ohne eure Liebe und Gebete würde ablaufen müssen.

 

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Bei der nicht einfachen Umsetzung des Gebotes der Feindesliebe kann es euch eine Hilfe sein, euch immer wieder vor Augen zu führen, dass alle Menschen eure Brüder und Schwestern sind. Das klingt zwar abgedroschen, doch es ändert nichts daran, dass es so ist. Es bedeutet gleichzeitig, dass ihr alle aus der gleichen Quelle des Lebens seid, aus Mir. Und alle lebtet ihr einst als Brüder und Schwestern, die Meine Liebe in sich tragen, vereint in den Himmeln. So war es, und so wird es wieder sein. Ein Intermezzo, ein „geistiger Zwischenfall“, hat euch für eine Weile getrennt. Aber eure Gotteskindschaft, eure himmlische Verwandtschaft, ist davon unberührt geblieben. Zur Zeit geht ihr alle auf verschiedenen Wegen, doch diese werden sich wieder bei Mir und in Mir vereinen.

Auch ihr seid keine unbeschriebenen Blätter; der eine hat mehr, der andere weniger „schwarze Tinte“ auf den Seiten seiner Seele. Nehmt diesen Gedanken mit und überlegt, ob ihr euch nicht zu Richtern über euren Nächsten erhebt, wenn ihr ihn in Gedanken oder Worten als Täter abstempelt, den es zu verurteilen gilt. Erkennt sein Tun, lasst euch diese Erkenntnis Schutz sein, denn es verlangt keiner von euch, blindlings alles gutzuheißen. Aber dann erinnert euch daran, was als richtig geboten ist, mit dieser Wahrnehmung oder Erfahrung umzugehen: Seine Feinde im recht verstandenen Sinne zu lieben, wie Ich es euch erklärt habe.

Wenn ihr den von mir aufgezeigten Weg gehen möchtet, es euch aber noch nicht so recht gelingen will, weil noch alte Programme und Verhaltensmuster dagegenstehen, dann kommt zu Mir und bittet Mich um Hilfe. Ich warte darauf.

Wollt ihr wissen, wie weit ihr schon auf dem Weg der Feindesliebe vorangekommen seid? Dann kann euch vielleicht ein Wort eine Hilfe sein, sofern ihr es bejahen könnt:

Ob einer mein Feind ist, entscheidet nicht er, sondern ich. Wenn ich ihn nicht als meinen Feind sehen will, wird es ihm schwerlich gelingen, mich durch ein entsprechendes Verhalten seinerseits dazu zu bringen.“

Eine solche innere Haltung zu entwickeln ist möglich, aber es setzt eure Bereitschaft voraus, dass ihr an euch arbeitet, um so nach und nach das an die Seite zu räumen, was noch als Seelenbelastung in euch liegt. Ein solches Aufräumen betrifft auch nicht nur die Feindesliebe, sondern es umfasst den ganzen Menschen mit all seinen noch vorhandenen Schwächen. Nur allzu gerne Bin Ich bereit, einem jeden bei seiner Aufräumarbeit (1) zu helfen. Denn dazu Bin Ich in die Welt gekommen: um zu dienen, um alles zum Guten zu bewegen, um zu retten. Meine Hilfe, die Ich dir selbstlos anbiete – und dies mit Meinem heutigen Offenbarungswort erneut tue –, kann aber nur dann in dir und bei dir greifen, wenn du Mir dein Ja gibst. Darauf muss Ich warten, weil Ich dir den freien Willen gegeben habe. Der erste Schritt muss von dir getan werden. Und sei es, dass du in Gedanken deine Bereitschaft erklärst, dein Inneres umgestalten zu wollen; und dann dein erstes Bemühen an den Tag legst, dass du es ernst damit meinst.

Meine Geliebten, euer freier Wille bedingt, dass ihr mit dem Aufräumen beginnt, dass ihr den ersten Schritt macht. Wäre es andersherum, würde dies bedeuten: Ich beginne mit dem Aufräumen, mit einer Arbeit, die für dich gedacht ist, und die dir zum Lernen dient und du hilfst Mir dabei …

Ich segne euch, und ihr wisst nun, was ein Segen bedeutet: Es fließt euch Meine Kraft zu, und jedes offene Herz, das bereit ist, kann Meine Liebes-Segenskraft aufnehmen und sich ihrer bedienen, und das ohne jede Vorleistung. Das einzige Gebot, um durch sie auf Dauer gestärkt zu sein und zu bleiben, lautet: liebe – und sonst nichts.

Amen

 

 

(1) Dazu passt wunderbar die folgende kleine Geschichte:

 

Ein Mann erfuhr, dass Gott überraschend bei ihm einen Besuch machen wollte. Als er sich in seinem Haus umsah, erschrak er; denn er empfand es als unmöglich, Gott in der Unordnung zu empfangen, die überall herrschte. Also machte er sich an die Arbeit des Aufräumens. Es gab jede Menge an überflüssigen und unbrauchbaren Dingen zu beseitigen, vieles musste erst wieder an seinen rechten Platz gerückt werden, und der auf allem lagernde Staub musste weggewischt werden.

Die Stunden vergingen, und es schien, als würde es dem Mann nicht gelingen, sein Haus rechtzeitig ordentlich herzurichten. Da ergab es sich, dass ein Fremder des Weges daherkam. Die beiden kamen ins Gespräch und der Fremde bot sich an, beim Aufräumen zu helfen.

Auf einmal ging alles wie von selbst. Schon nach kurzer Zeit strahlte das Haus in seinem alten Glanz, und es war eine Freude, die Erleichterung in den Augen des Mannes zu sehen.

„So“, sagte er, „jetzt ist aufgeräumt. Jetzt kann Gott kommen.“

Wieso muss ich noch kommen?“, sagte da der Fremde. „Ich bin doch schon da.“