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Aus Liebe zu Gott

Offenbarung vom 15. Oktober 2021


 

Die Ansprache Gottes an den Menschen bzw. durch den Menschen vollzieht sich, wie alles in der Schöpfung, nach unumstößlichen, geistigen Gesetzmäßigkeiten. Die unterschiedlichen Schwerpunkte und Betrachtungsweisen in den Offenbarungen ergeben sich durch die göttli­chen Grundaspekte der Ordnung, des Willens, der Weisheit, des Ernstes, der Geduld, der Lie­be und der Barmherzigkeit, entsprechend auch der geistigen Mentalität desjenigen, der das Offenbarungswort aufnimmt. In und über allem aber wirkt die Liebe als Träger aller Offen­barungen, ohne die ein echtes Gotteswort nicht möglich ist.

 

 

 

Göttliche Offenbarung

 

 

Meine geliebten Söhne und Töchter, da es Mein Bestreben ist, dass ihr wieder zu freien Kindern Meiner Liebe werdet, die – im übertragenen Sinne – aufrecht stehen und gehen können, werde Ich euch ein wenig tiefer in die Bedeutung der „Bindung‟ hineinführen. Dahinter verbirgt sich nämlich eine Gefährlichkeit, von der die allermeisten nichts ahnen. Wenn ihr das Spiel der Gegenseite in diesem Punkt durchschauen lernt, wird es euch leichterfallen, dort, wo es erforderlich ist, dem gegensätzlichen Bestreben ein „Nein‟ entgegenzusetzen. Was gleichzeitig bedeutet: Ihr seid euch eurer inneren Stärke bewusst geworden und habt entsprechend gehandelt.

Dabei wird es euch eine große Hilfe sein, wenn ihr euch bemüht, ein jegliches Geschehen und das, was es auslöst, aus geistiger Sicht zu betrachten. Dazu zählen auch Bindungen, von deren Auswirkungen so gut wie alle Menschen betroffen sind, die dadurch in Unfreiheit gehalten werden. Dahinter verbirgt sich eine raffiniert ausgeklügelte Methode, Meine Menschenkinder in ihrer seelischen Entwicklung stagnieren zu lassen, und das seit Menschengedenken und in allen Bereichen. Ganz besonders wirkungsvoll hat sich diese unsichtbare Fesselung auf dem Gebiet der Religionen erwiesen, zumal sie nicht nur unsichtbar ist, sondern von fast allen nicht bemerkt wird. Auf entsprechende Hinweise und Aufklärungen reagiert der Mensch in den meisten Fällen mit Widerspruch und Ablehnung; was für diejenigen, die schon tiefer zu schauen gelernt haben, einen Beweis dafür darstellt, wie sehr sich Bindungen mühelos und ungehindert in das menschliche Bewusstsein eingraben können.

Ich kam vor 2.000 Jahren in die Welt, um der völlig hilflosen und geistig in die Irre gehenden Menschheit den Weg aufzuzeigen, der zurück in ihre himmlische Heimat führt; und damit in die Freiheit, in eine Freiheit, von der kein menschliches Wesen auch nur annähernd eine Vorstellung hat. Da Ich die Liebe Bin, kann es gar keine Frage sein, dass das aus Mir Hervorgegangene auch die Freiheit sein Eigen nennt, weil Liebe ohne Freiheit keine Liebe ist.

Diese Freiheit lebt, ebenso wie Meine Liebe, in dir, dir und dir. Sie kann schon zu Lebzeiten in großem Umfang wiedererlangt werden, zeigt sich in ihrem ganzen Ausmaß, in ihrer für euch noch unvorstellbaren Größe aber erst, wenn ihr wieder in die Unendlichkeit zurückgekehrt seid.

Einige eurer Brüder und Schwestern haben während eines sogenannten „Nahtoderlebnisses‟ eine Ahnung nicht nur von der Liebe bekommen, die auf sie wartet, sondern auch von einer nicht zu beschreibenden Grenzenlosigkeit ihres ewigen Seins. Das hat ihre Sehnsucht beflügelt, ihrem künftigen Ziel bewusst näherkommen zu wollen; was gleichzeitig bedeutet, in der ihnen noch verbleibenden Lebenszeit verstärkt mit dem „Werkzeug‟ zu arbeiten, das ihnen auch ihre Freiheit sichert: mit ihrem Bemühen, Mein Liebesgebot in ihrem Alltag zu leben. Auf die Kurzformel gebracht lautet es: liebe – und sonst nichts.

Der Plan der Gegensatzkräfte musste durch Mein Leben, Mein Vorbild und Meinen „Tod‟ auf Golgatha geändert werden. Denn nun war der Weg frei für jeden Menschen und jede Seele, die sich für die Heimkehr zu Mir entschieden. Das sollte unter allen Umständen verhindert werden. Es geschah zum einen durch eine viele Jahrzehnte andauernde, intensive Verfolgung derjenigen, die sich zu Mir bekannten, und zum anderen durch eine gleichzeitig in kleinen und kleinsten Schritten eingeleitete Veränderung Meiner einfachen Lehre.

Letzteres war, wie Ich euch schon offenbarte, wirkungsvoller, als durch menschliche Vasallen, die der Finsternis hörig waren, einfach zu proklamieren: „Es gibt keinen Gott!‟. Damit wären sie bei vielen Menschen gescheitert; denn die – wenn auch unbekannte – Sehnsucht im Menschen, die Ich in jedes Geschöpf gelegt habe, wäre vielen Meiner Kinder Anlass gewesen, immer wieder auf die Suche nach etwas Höherem und Größerem, ihrer Lebensquelle, zu gehen.

So verdrehte sie den „Wegweiser in den Himmel‟, Meine Anweisungen für ein gottgefälliges Leben, nur um einige wenige Grade – und der größte Teil der Menschen fand nicht mehr ans Ziel. Doch nicht nur, dass sie das Ziel verfehlten: Sie wurden eingebunden in ein System von Glaubenssätzen, Vorschriften und Dogmen, die nicht das Geringste mit dem zu tun hatten und haben, was Ich der Welt brachte.

Die Einhaltung mit oft buchstabengetreuer Befolgung von Gesetzen, Geboten und Verboten, die allesamt von Menschen erfunden waren, die unter Beeinflussung von negativen Kräften standen, führte unter Androhung von Sündhaftigkeit und Schuld zu einem schlechten Gewissen – und damit zu einem daraus resultierenden „Wohlverhalten‟ Mir gegenüber. Auf diese Weise meinten die Gläubigen, Meinen Geboten, in erster Linie Meinem Hauptgebot der Gottes- und Nächstenliebe, gerecht werden zu können. Und sie meinen es heute noch ...

Dabei können sie nicht mehr erkennen, dass sie in Fesseln gehalten werden und gar nicht mehr frei entscheiden können. Wenn sie sich dennoch aus der inneren und äußeren Knebelung von diversen religiösen Ideologien lösen können, warten – von ihnen unbemerkt – andere Bindungen vielfältiger Art auf sie. Sich auch davon freizumachen, ist für die meisten fast unmöglich; denn es besteht in eurer Welt inzwischen eine technische Abhängigkeit, die es euch schwermacht, die Aufgabe eures Erdenlebens in dem Erlernen der Liebesfähigkeit erkennen zu können. Unzählige Ablenkungen einer in alle Winkel und Ecken drängenden Vergnügungsindustrie tun ein Übriges.

So wurdet und werdet ihr in die Unfreiheit geführt, in eine Stagnation eurer seelischen Entwicklung, die zudem gekrönt wird von der irrigen Auffassung, alles getan zu haben, was zu einem Nachfolger Christi – sofern ihr euch denn als einen solchen seht – gehört.

Das, Meine geliebten Söhne und Töchter, ist Bindung pur. Das ist eine Verhinderung der Umsetzung Meiner Liebeslehre „durch die Hintertüre‟. Das ist Widerstand und Rebellion, ein seit Äonen andauernder Kampf, und es lauern überall raffiniert aufgestellte Fallen. Diese haben die Menschen seit Jahrhunderten dazu gebracht, Mein Liebesgebot falsch zu verstehen und Meine Lehre nur bruchstückhaft umzusetzen. Sie haben die seelische Entwicklung einer großen Mehrheit Meiner Menschenkinder zum Stillstand gebracht. Und nicht nur das:

Sie haben einen geistigen Rückschritt bewirkt und durch die Unkenntnis oder Missachtung des Gesetzes von Saat und Ernte eine katastrophale Situation heraufbeschworen, sodass die Zeiger der Uhr die 12 überschritten haben, was Ich euch nicht zum ersten Mal offenbare.

Die aus Sicht der Dunkelheit erfolgreichen Bestrebungen der Blockade eines inneren Aufwachens gab es zu allen Zeiten. Sie erreichten einen damaligen Höhepunkt vor 2.000 Jahren. Das war einer der Gründe, warum Ich Mich entschloss, als die Liebe in den Menschen Jesus von Nazareth zu inkarnieren. Auch die Absichten „hoher‟ Geistwesen, die vor Meiner Zeit mit dem Wunsch ins Fleisch gingen, die Menschen ein anderes, friedvolles Miteinander zu lehren, wurden immer zur Zielscheibe satanischer Angriffe und Veränderungen.

Und auch noch, nachdem Ich gekommen und wieder gegangen war, gingen immer wieder Seelen und Geistwesen zur Inkarnation, die entweder mit Meinem Segen und Meiner Unterstützung zur Befolgung Meiner Liebeslehre aufriefen; oder die aus nicht uneigennützigen Interessen ihre eigenen Ziele verfolgten, um schon zu Lebzeiten und später aus den Astralbereichen heraus Macht über die Menschen ausüben zu können.

Die Glaubensanweisungen und -regeln besonders der Letztgenannten zeichneten sich dadurch aus, dass es zur Erreichung einer wie immer gestalteten späteren Seligkeit erforderlich ist, ein Leben im Rahmen vieler Gebote und Verbote zu führen. Sofern damit gleichzeitig die Androhung von Strafen verbunden ist, gerät der Gläubige unweigerlich in die Fallstricke einer Unfreiheit, die ihn unter Umständen über viele Inkarnationen nicht mehr loslassen.

Meine Lehre ist Liebe, und ein ehrliches Bemühen, diese Liebe zu leben, führt ebenso unweigerlich in die Freiheit! Sie führt in erster Linie in eine innere Freiheit, die auch dann nicht beschnitten werden kann, wenn gegensätzliche, negative Kräfte versuchen, die äußere Freiheit einzudämmen.

 

 

*

 

 

Das, was Ich als Jesus gelehrt und getan habe, war eine Revolution. Viele mögen sich wundern, wenn Ich euch sage, dass Ich keine Religion auf die Erde brachte. Was Ich den Menschen gab, war ein neuer Verhaltensmaßstab, dessen einzige „Überschrift‟ lautete: liebe! Religionen und Weltanschauungen gab es zu Meiner Zeit als Jesus schon mehr als genug. Sie alle zeichneten sich dadurch aus, dass sie die Menschen in ein Korsett von Vorstellungen zwängten, die zwar ihr Leben in eine neue, oftmals auch zufriedenstellendere Richtung brachten, sie aber dennoch nicht in die Freiheit führten, die Ich für sie vorgesehen habe.

Meine Lehre war und ist bis in alle Ewigkeit insofern eine Revolution, als sie mit der Vorstellung aufräumte, der Mensch könne sich die Gnade eines „im Himmel thronenden Gottes‟ sichern, indem er zahlreiche Gebote praktiziert, die tief in seinen Alltag hineinregieren; und indem er gleichzeitig streng darauf achtet, genauso zahlreiche Verbote nicht zu übertreten.

Spürt ihr in dieser Struktur, die alle Religionen durchzieht, die Gängelung der Gläubigen bzw. der Anhänger solcher Anschauungen? Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einer Bestrafung für sein sündhaftes Verhalten rechnen, im schlimmsten Fall mit dem „Zorn Gottes‟.

Wer von all den vielen Religionsstiftern hat Mich als die selbstlose und bedingungslose Liebe hingestellt? Wer hat gelehrt, dass die Liebe gleichzeitig die Freiheit ist? Wer hat die Menschen darüber aufgeklärt, dass Ich nicht strafe? Wer hat ihnen die Wahrheit vermittelt, dass der Mensch im Gesetz von Ursache und Wirkung lebt? Und dass es an der Entscheidung des Menschen selbst liegt, ob er sich aus diesem Gesetz herausbegeben möchte oder nicht? Wer hat den Menschen klargemacht, dass sie sich haben knebeln und binden lassen durch falsche Lehrer und Lehren? Wer hat ihnen durch sein Beispiel vor Augen geführt, dass ausschließlich die Befolgung Meines Liebesgebotes – und mehr nicht – als Schlüssel für ihre Freiheit und als Eintrittskarte für den Himmel anzusehen ist? Wer hat alle Äußerlichkeiten wie Riten, Traditionen, Heiligenverehrung, Prozessionen, Zeremonien, Kulthandlungen, Prachtbauten und vieles mehr als überflüssig und daher für das Heil und die Entwicklung der Seele als nicht förderlich dargestellt?

Ich habe die Liebe in Wort und Tat zu den Menschen gebracht als den einzigen Weg, der zurück an Mein Herz führt. Damit hat alles, was an unvollständigen oder falschen Lehren vor Mir da war und nach Mir gekommen ist, an Stellenwert verloren.

Ich habe euch euer Ziel beschrieben. Ich tat es seitdem immer wieder und werde es noch so lange tun, bis auch im letzten Uneinsichtigen die Sehnsucht nach Mir und seinem Zuhause so groß wird, dass er sich auf den Heimweg macht. Alles Wichtige ist in der Vergangenheit gesagt und geschrieben worden. Das, was unverändert vor euch liegt, ist das Ende der Wegstrecke, auf der ihr zur Zeit alle schreitet. Euer Vorankommen ist oft mühsam, weil ihr glaubt, ständig auf Erklärungen und Interpretationen anderer Menschen zurückgreifen zu müssen, anstatt einfach in die Richtung zu gehen, in die Ich als euer Wegweiser zeigte und zeige. Ihr lest tausend Beschreibungen und Hinweise … anstatt loszugehen! Was fehlt euch noch?

Solltet ihr gefragt werden, was ihr mit dem Begriff „Gott‟ verbindet: Müsst ihr dann auf Aussagen und Zitate anderer zurückgreifen, die Mich den „himmlischen Vater, die Quelle allen Lebens, den Schöpfer, das Heil‟ und vieles mehr nennen? Oder seid ihr schon in der Lage, mit einem freien Blick, einem Herzen voller Freude und aus tiefer Überzeugung zu sagen: „Für mich ist Gott ohne Wenn und Aber die Liebe!‟?

Alleine mit dieser Überlegung, die einer kleinen Aufgabe gleichen kann, könnt ihr feststellen, wie weit sich die Beziehung zwischen Mir und euch schon gefestigt hat. Nichts anderes als diese Frage braucht ihr anzulegen, um zur Erkenntnis eurer inneren Situation zu kommen.

Der Weg, um zurückzufinden zum Ursprung eures ewigen Lebens bei Mir, ist der Weg der gelebten Liebe. Dafür bedarf es weder eines Studiums noch des Immer-wieder-Nachschlagens und des Sich-immer-wieder-Rückversicherns in alten und neuen Schriften. Zur Erinnerung an Mich, zur inneren Erbauung oder als Start in euren Tag kann dies selbstverständlich stärkend sein. Doch achtet darauf, dass es nicht als Ersatz für ein Leben mit Mir wird. Denn erst durch das Tun, das heißt durch das Praktizieren Meiner Gebote, wird eine Festigung eures Glaubens und eures Vertrauens erreicht und ein Schutz vor negativen Einflüssen aufgebaut.

Das Revolutionäre war aber nicht nur Meine Lehre und Mein Leben. Hinzu kam etwas anderes, das ihr – im Gegensatz zu Meinen Nachfolgern der ersten Jahrzehnte – nicht mehr als revolutionär empfindet, weil ihr nur noch eine verfälschte und verwässerte Lehre kennt. So einfach das Original Meiner Lehre ist, so konsequent ist es in seiner Forderung an den Menschen: Mein Wort in die Tat umzusetzen! Erst dadurch erschließt sich ihre „Sprengkraft‟, erst dadurch wird deutlich, welches Potenzial an positiver Dynamik sie beinhaltet.

Wäre dieses Potenzial durch die Anwendung im Alltag freigesetzt worden, dann hätte dies über kurz oder lang das Ende der Herrschaft des Bösen bedeutet.

Ich erwarte nicht, dass ihr euch in das Denken der Dunkelkräfte hineinversetzt, um deren Vorgehen durchschauen zu können, das sie um des eigenen Überlebens willen nun planen und umsetzen musste. Es geht viel einfacher: Gebraucht euren gesunden Menschenverstand, und ihr werdet unschwer erkennen können, dass die Gegenoffensive darin bestand, den von Mir aufgezeichneten Weg zu blockieren, ihn als schwer gangbar – zu schwer gangbar – erscheinen zu lassen und dafür eine „abgespeckte‟ Vari­ante anzubieten. Für sie stand der Erfolg von vornherein fest: Die Menschen würden den leichteren Weg bevorzugen, unterstützt von so manchem eurer Studierten, die unter anderem Meine Bergpredigt für nicht umsetzbar und Meine Forderungen für zu radikal halten.

Sehr viele Meiner Menschenkinder, die noch in eine der zahlreichen kirchlichen Gruppierungen eingebunden sind, haben sich dieser Anschauung angeschlossen, zumal sie kaum Zugang zu dem hatten und haben, was Ich ursprünglich gelehrt habe. So ist heute nichts mehr von dem Revolutionären Meiner Botschaft übrig geblieben. Dafür hat sich eine Praxis etabliert, mit der man „Christsein‟ leben kann, ohne groß anzuecken, ohne aufstehen zu müssen, ohne Angst haben zu müssen, als rückständig und realitätsfern angesehen zu werden.

Heute kann man ein Kind der Welt sein und mit den Richtlinien, die diese Welt vorgibt, einiggehen, und dies dennoch für eine Lebensform halten, die Ich gelehrt habe. Dass man sich mit einer solchen Auffassung an die Vorgaben der Finsternis bindet, ist den allerwenigsten bewusst.

Ich sagte nicht, du sollst ein bisschen lieben. Meine Lehre war – nicht nur in diesem Punkt – klar und eindeutig. Sie ließ und lässt keinen Spielraum für intellektuelle Ausreden oder das Suchen nach Auswegen, die weniger konsequent scheinen. Ich verlangte damals und verlange auch heute aber nicht, dass die Fähigkeit des Liebens von einem Tag auf den anderen erreicht werden muss. Mir reicht, wie schon so oft erläutert, euer ehrliches, aber stetiges Bemühen.

So baut ihr Schritt für Schritt euer Vermögen auf und aus, Mich und euren Nächsten lieben zu lernen und schlussendlich auch euch selbst; und gleichzeitig wächst eure Seelenstärke mit jeder Aufgabe, die ihr bewältigt. Aber, und das ist das Entscheidende: Ihr dürft euer Ziel nicht aus den Augen verlieren und euch damit zufriedengeben, diese oder jene Herausforderung angenommen und bewältigt zu haben. Lieben zu lernen ist ein lebenslanger Prozess, der auch dann nicht endet, wenn ihr eure irdischen Augen schließt; denn mit dem, was ihr „Tod‟ nennt, endet euer Leben nicht. Evolution – und das Líeben-Lernen gehört ebenso wie alles andere dazu – setzt sich auch in den jenseitigen, feinstofflichen Welten fort.

 

 

*

 

 

Zu der falschen Wegweisung, die euch in die Irre führt und euch an Ideologien bindet, die satanischen Ursprungs sind, kommt eine weitere Form der Knebelung hinzu, die kaum erkannt wird, weil sie zu einer Normalität eures Lebens geworden ist.

Heute ist es in euren Breitengraden nicht mehr gefährlich, sich als Christ zu bezeichnen. Wer aber glaubt, dass es dadurch auch leichter geworden ist, ohne Anfechtungen und Versuchungen den Weg mit Mir gehen zu können, der irrt gewaltig. Die Einflussnahme auf euer Empfinden und Denken, die immer die Vorstufen zur anschließenden Tat darstellen, ist lediglich eine andere, subtilere geworden. Verfolgung und Leid sind nicht mehr das erste Mittel der Wahl, das die Gegensatzkräfte einsetzen, um euch in eurer seelischen Entwicklung zu behindern. Euer und Mein Gegenspieler setzt, nur auf eine andere Art, nach wie vor darauf, euch auf vielerlei Weise zu binden. Und es gelingt ihm in zunehmendem Maße.

Die Fesseln, die ihr euch habt anlegen lassen, sind anderer Natur. Ihr habt euch in Gewohnheiten, in ein Verhalten, in einen Lebensstil, in Zielsetzungen, in Ängste und in Vorstellungen wie „das ist wichtig und das nicht‟ einbinden lassen, die es euch schwermachen, als freie Kinder Meiner Liebe durch das Leben gehen zu können.

Ihr alle kennt das Wort „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier‟. Es drückt aus, dass viele Abläufe in eurem Leben zu einem durchaus nützlichen Standard geworden sind, der es euch ermöglicht, nicht ständig neue Entscheidungen treffen zu müssen. Das ist sinnvoll, kann aber zu einer Fessel werden, die von eurem Ego gerne akzeptiert wird, weil ihr euch damit auf bekanntem und gewohntem Terrain bewegt. Gefährlich wird diese Fessel dann, wenn sie Entscheidungen verhindert, die ihr – wenn und weil ihr an Mich glaubt und Mich liebt – eigentlich anders treffen müsstet, als wie sie von lieb gewordenen Gewohnheiten diktiert werden.

Wenn ihr beispielsweise glaubt, etwas nicht lassen oder loslassen zu können, weil davon euer Glück abhängt, dann habt ihr mit großer Wahrscheinlichkeit die „heiße Spur‟ einer Bindung entdeckt. Dabei muss es sich nicht unbedingt um etwas Großes, etwas Weltbewegendes handeln, das gleich euer Seelenheil infrage stellt. Und doch seid ihr möglicherweise auf etwas gestoßen, das euch bindet und – aus geistiger Sicht gesehen – früher oder später abgelegt werden muss, wenn ihr euer Ziel erreichen wollt.

Anders sieht es dann aus, wenn ihr nicht bereit seid, eine Veränderung zu akzeptieren, die euch das Schicksal abfordert, das richtigerweise als „Machsal‟ bezeichnet werden sollte; wenn ihr euch weigert, in euren Augen unangemessene und unangenehme Umstände als das zu akzeptieren, was sie in Wirklichkeit sind: als wichtige Abschnitte auf eurem Lebensweg, die der Reifung und dem Lernen dienen.

Nicht umsonst habe Ich immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen, das Loslassen zu üben. Wenn und weil es keinen Zufall gibt, geschieht auch nichts „einfach so aus heiterem Himmel‟, ohne dass es für euch – für denjenigen, den es betrifft – so bestimmt ist. Es sei denn, ihr hängt noch der Vorstellung an, dass in Meiner Schöpfung doch hin und wieder etwas geschieht, das sich Meiner Kontrolle entzieht …

Wenn ihr wollt, dann wagt einen kleinen Versuch, der euch zu zeigen vermag, wo noch mehr oder weniger starke Bindungen bei euch vorhanden sind; auch wenn diese Übung nicht die Realität widerspiegeln kann, auf die ihr treffen werdet, wenn das Ereignis wirklich eintritt.

Stellt euch vor, Gewohnheiten oder Lebensverhältnisse aufgeben zu müssen, die jetzt noch zu euch, zu eurem Alltag gehören. Welche Empfindungen steigen in euch hoch? Vor allem dann, wenn es sich um schwerwiegende Dinge handelt, deren Aufgeben unter Umständen euer Leben stark beeinflussen würde? Könnt ihr schon damit umgehen? Oder werfen sie euch „aus der Bahn‟? Machen sie euch für längere Zeit mutlos, ohne Antriebskraft? Lassen sie euch zweifeln an Meiner Gerechtigkeit und Meiner Liebe? Machen sich Ängste in euch breit, die euch möglicherweise lähmen und euch eure Lebensfreude rauben?

Immer dann, Meine Geliebten, wenn die Vorstellung eines Verlustes, gleich welcher Art, mit Ängsten verbunden ist, könnt ihr sicher sein, dass noch Bindungen vorhanden sind. Das ist nichts, weshalb ihr euch schuldig fühlen oder schämen solltet. Es ist vor allem nichts, was euch glauben lassen soll, wie Ich jetzt wohl über euch denke; wie Ich über dich denke. Ich liebe dich, ganz egal, wie du zur Zeit noch bist, und was du zur Zeit noch tust oder noch nicht tust.

Es kann euch aber zeigen, inwieweit ihr schon in die innere Freiheit hineingewachsen seid, die auf euch wartet. Auch das, was ihr über das unausweichliche Ende eures materiellen Lebens empfindet, von euch fälschlicherweise als Tod bezeichnet, kann euch viel über euch selbst verraten. Habt ihr Meine Lehre verinnerlicht, und bemüht ihr euch mehr und mehr darum, unsere Liebesbeziehung zu intensivieren, dann werden entsprechende Ängste immer weniger. Sie machen schließlich einer Freude Platz, die auf ein künftiges Leben im Licht und im Frieden gerichtet ist.

Seid ihr noch nicht ganz so weit, dann mögt ihr darin eine noch bestehende Bindung an euer irdisches Dasein erkennen. Es erscheint euch dann noch nicht als eine von vielen Stufen auf eurem Entwicklungsweg, sondern als etwas, das ihr im Äußeren erhalten wollt, an dem ihr hängt, sodass eurer Blick noch nicht völlig frei und freudig in die vor euch liegende Zeit geht.

Das Gleiche gilt für jegliche Art von Besitz und Gütern, die ihr als euer Eigen betrachtet. Sich nicht rechtzeitig davon lösen zu können, sondern sich bis zum Schluss daran zu klammern, sodass euer Sterben den Lösungsprozess erzwingen muss, bedeutet eine Mitnahme dieses Verlangens und Strebens in ein jenseitiges Leben, das sich dann entsprechend schwer und unfrei gestaltet. Auch das, Meine Söhne und Töchter, ist Bindung höchsten Grades. Geschieht so etwas, dann haben satanische Kräfte diese Runde gewonnen …

Aber es gibt ja noch weitere Runden, auch wenn dies zwar Meiner Barmherzigkeit, nicht aber Meinem Wunsch für euch entspricht. Gäbe es die Möglichkeit eines weiteren Erdenlebens oder auch mehrerer Erdenleben jedoch nicht, und wäre eine seelische Entwicklung nicht in dem „Schmelztiegel Erde‟ weitaus schneller zu bewerkstelligen als in jenseitigen Welten, wo jeder gemäß seines Charakters unter seinesgleichen lebt, dann würde sich der Heimweg einer Seele über viele Äonen erstrecken. So aber lässt Meine Gnade es zu, dass sich eine Seele unter vielen anderen Inkarnierten erkennen und reinigen und dadurch lichter und leichter werden kann, so sie es möchte.

Und hier kommt, bei all den Chancen eines schnellen Wachstums, die eine Inkarnation bietet, ein Problem ins Spiel, das kaum bekannt ist und daher auch nicht richtig angegangen werden kann: Vielfach bringt eine Seele das an Bindungen mit in ein neues Leben, was zuvor nicht erfolgreich bearbeitet, das heißt mit Meiner Hilfe umgewandelt wurde. Gerade deshalb geht sie ja erneut ins Fleisch, um in die innere Freiheit eines Gotteskindes Schritt für Schritt hineinwachsen zu können.

Und dann trifft sie auf ein Elternhaus, auf Freunde und Lehrer, die ihr keine große Hilfe bei der Bewältigung dieser Lernaufgabe sind; die keine Hilfe sein können, weil sie selbst in aller Regel gebunden sind und um die „Spielregeln‟ und die Wichtigkeit des Lösens nicht wissen; ebenso wenig darum, dass in dem neuen Erdenbürger eine Seele mit Vergangenheit lebt, die also keineswegs von Mir für diese Inkarnation neu erschaffen wurde, wie es eure Theologen und Bibelkundigen behaupten. Dabei wäre es eine so wichtige Aufgabe für die Eltern, bei ihren Kindern rechtzeitig Bindungen zu erkennen und behutsam und liebevoll einer Entwicklung entgegenzusteuern, die zu einem späteren Zeitpunkt Leid und seelische Belastungen hervorrufen kann.

Erkennt ihr nun die Gefährlichkeit von Bindungen? Erkennt ihr auch das unüberschaubar große Ausmaß dieser Verführung, mit der die satanischen Kräfte die materielle Schöpfung und die Astralbereiche überzogen haben, und die sowohl ideologischer als auch ganz „handfester‟ Natur sind? Und erkennt ihr auch das dringende Erfordernis, wachsam durch den Tag und einer notwendigen Selbsterkenntnis nicht aus dem Wege zu gehen?

Auch Angst selbst ist Bindung, und zwar die stärkste von allen. In ihrem unmittelbaren Gefolge befinden sich Haben-Wollen und Sein-Wollen. Angst führt darüber hinaus zu neuen Verstrickungen, weil sie euch mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Entscheidungen verführt, die nicht unbedingt im Sinne Meines Liebesgebotes sind. Wenn das der Fall ist, hat euch die Finsternis, und sei es nur in Teilaspekten, unter ihre Fittiche genommen oder euch verstärkt an sich gebunden. Auch ein Angepasstsein und Minderwertigkeitsgefühle gehören unter unzähligen anderen in den großen Topf teuflischer Bindungen. Ihr werdet noch viele weitere finden, wenn ihr menschliche Eigenschaften, vornehmlich eure eigenen, auf ihre negativen Seiten hin durchforstet.

Wer, angestoßen durch Mein Offenbarungswort, die Wichtigkeit erkennt, versteckte Bindungen aufspüren und bereits bekannte Bindungen lösen zu wollen, der gehe in sein Inneres. Dort warte Ich auf ihn. Und dann, Mein Kind, sprich zu Mir, wie du zu einem Menschen sprechen würdest, den du liebst. Dabei sind schön gesetzte Worte nicht von Bedeutung. Lass aus deinem Herzen herausströmen, was dich bewegt. Eines ist ganz sicher, viel sicherer noch als das oft zitierte „Amen‟ in der Kirche:

Ich höre dich! Und nicht nur das. Ich erfülle deine Bitte, indem Ich dir hundert Schritte und mehr entgegenkomme, wenn und weil du mit einem aufrichtigen Wunsch um Veränderung mit einem Schritt zu Mir gekommen bist. Dabei wirst du feststellen, dass es keiner buchstabengetreuen Anwendung von Vorschriften und auch keiner ausgefeilten Technik bedarf, damit die Lösung und Umwandlung in dir eingeleitet werden kann. Es genügt dein Bemühen, aus Liebe zu Mir in die innere Freiheit hineinwachsen zu wollen. Die Schritte, die dafür zu tun nötig sind, bereite Ich vor. Und wenn du dann, bildhaft gesprochen, losgehst, Bin Ich an deiner Seite.

Das alles und noch viel mehr enthält das einfache Wort, gesprochen aus Meiner göttlichen Vollmacht und Weisheit, das für deinen Heimweg völlig ausreicht: liebe – und sonst nichts. Mit deiner Absage an die ideologischen Bindungen, die noch an dir haften, leitest du auch die Folgeschritte ein: das Ablegen deiner allzu menschlichen Gewohnheiten und Schwächen, sofern du dich in einem „gesunden Ablöseprozess‟ – und nicht im Fanatismus! – von ihnen nach und nach befreien möchtest. Denn wenn dir in der Tiefe deines Bewusstseins klar wird, dass dein jetziges, irdisches Leben nur einen Augenaufschlag in der Ewigkeit darstellt, weil du ein ewiges Leben besitzt, dann wird es dir wesentlich leichter gelingen, mit Mir gemeinsam dein vor dir liegendes Dasein zu gestalten – in Freiheit und Würde, in einem tiefen Vertrauen und voller Mut und Klarheit.

Amen

 

 

 

Dazu passt von Ephides:

 

Du kannst den Wert von Taten nicht ermessen,

solange du den Maßstab hast vergessen,

mit dem uns Gott, der Schöpfer, misst.

 

Du nennst die Tat gut oder böse,

prüf’ lieber, ob sie binde oder löse!

Und dann, dann weißt du, wie du selber bist.