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Der Verstand erfüllt seine Aufgabe

am besten als rechte Hand des Herzens

 

Lässt sich die Wahrheit finden? (9)

 

Das Ziel einer jeden Seele ist Gott; egal, ob sie zur Zeit im Menschen auf der Materie lebt oder als feinstoffliches Wesen im Jenseits. Das heißt gleichzeitig: Sie muss sich „bewegen‟. Stillstand auf Dauer gibt es in der gesamten Schöpfung nicht. Alles fließt …

Wer von hier nach da möchte, von der Erde oder aus feinstofflichen Bereichen in die Himmel, von der Unvollkommenheit zur Vollkommenheit, der muss seine Schritte tun. Der muss sich entwickeln, muss lernen und reifen, um größer, lichter und stärker zu werden. Das geht, ähnlich wie in einer Schule, am schnellsten und besten, wenn man Aufgaben vorgesetzt bekommt, wenn man sich mit Neuem auseinandersetzen muss. Das Leben auf der Erde gleicht für die Seele einem Schulbesuch. Kann sie nicht auch „drüben‟ lernen?

Ja, natürlich, das tut sie auch. Sie kann im Prinzip überall lernen. Aber hier geht es halt am schnellsten, denn drüben gibt es keine Zeit. Sie kann also, oft ohne dass ihr dies bewusst ist, eine kleine Ewigkeit auf „ihrer Wolke 7‟ leben, wenn sie möchte. Was Durchsagen von „Verstorbenen‟ belegen, denen oft nur schwer zu vermitteln ist, dass wir bereits das 21. Jahrhundert schreiben. Das ist das eine, das andere wiegt schwerer: Da Gleiches wiederum Gleiches anzieht, lebt die Seele nach dem Ablegen ihres Körpers weitgehend unter ihresgleichen, denn sie geht in die Bereiche, die ihrem Inneren, ihrem Bewusstsein entsprechen. Man ist, salopp ausgedrückt, mehr oder weniger unter sich …

Auf der Erde ist das nicht der Fall. Hier tummelt sich alles. Hier ist jedes Bewusstsein anzutreffen. Hier wird sie ständig mit Menschen, Dingen und Situationen konfrontiert, mit denen sie sich auseinandersetzen muss. Der Lernfaktor, dem sich die Seele bei einer Inkarnation ausgesetzt sieht, ist um ein Vielfaches größer als im Jenseits.

Dort wird sie selbstverständlich auch geführt und belehrt, so sie will. Sie bekommt die Vor- und Nachteile eines jenseitigen und eines diesseitigen Lebens gezeigt:

In den Seelenbereichen ist es für sie relativ sicher; aber die „Zeit‟, die es braucht für den nächsten Entwicklungsschritt, kann sehr lang werden. Wenn sie dort zudem unter wenig glücklichen Umständen lebt, vielleicht auch noch große Seelenschmerzen erleidet, kann es sehr wohl eine interessante Alternative sein, für „ein paar Jahre‟ (ein Augenaufschlag aus der Sicht der Ewigkeit) zu inkarnieren. Außerdem kommt hinzu, dass hier, wo Raum und Zeit gelten, zusätzlich auch noch die Möglichkeit einer schnellen Abtragung von Schuld gegeben ist.

So können beispielsweise nur wenige Jahre einer Inkarnation (wobei wir – verständlicherweise – in unserer Trauer und unserem Schmerz nur den menschlichen Verlust sehen, wenn ein Kind „stirbt) die Seele einen Riesenschritt voranbringen und weitaus mehr bewirken, als wenn sie die gleiche „Zeit‟ in ihrer Seelenheimat geblieben wäre. Nur um ein paar Gründe für eine Inkarnation zu nennen; es gibt noch viele andere …

Die Nachteile einer Inkarnation sind unter anderem, dass sie damit das Risiko eingeht, aus dem Unternehmen „Inkarnation‟ schlechter herauszukommen, als sie hineingegangen ist. Was heißt: Ein Erdenleben bietet viele Chancen zu lernen und dadurch seelisch zu reifen; aber es birgt auch die Gefahr in sich, sich erneut zu belasten und so möglicherweise das Ziel einer Höherentwicklung zu verfehlen.

Aus geistiger Sicht ist es also ein ständiges Kommen und Gehen, was wir aber nicht sehen, weil unsere Augen noch gehalten sind. Und was wir deshalb auch nicht wissen, und was die allermeisten ohnehin nicht glauben würden: Von der Geburt an bemühen sich die lichte und die dunkle Seite um die Seele. Ihr Schutzengel und ihre geistigen Freunde sind – im „Auftrag‟ Gottes – an ihrer Seite, aber es sind auch diejenigen da, die den nun heranwachsenden Menschen versuchen, in ihrem Sinne äußerst geschickt zu beeinflussen, das heißt, ihn dazu zu bewegen (möglichst ohne dass er dies bemerkt), gegen göttliche Gebote zu verstoßen. Denn beide haben ein Ziel, allerdings ein entgegengesetztes:

Der Himmel und seine Helfer möchten, selbstlos und aus Liebe, den Menschen unterstützen, in seiner Fähigkeit zu wachsen, Gott und den Nächsten zu lieben. Gelingt dies dem Menschen, geht seine erstarkte Seele nach dem Ablegen des nicht mehr benötigten Körpers in helle und hochschwingende Bereiche, die ihm ein weiteres Voranschreiten auf sein Ziel hin sehr erleichtern. Damit ist er als Seele für die Finsternis verloren: ein Energielieferant weniger. Und ein winzig kleines Schrittchen getan in Richtung „Wiederherstellung der Einheit‟.

Die Hölle und ihre Anhänger möchten die Seele des Menschen schwächen, so dass diese, wenn der Mensch für immer die Augen schließt, aufgrund ihrer Beschaffenheit oder Schwingung in die Bereiche geht, über die die Negativkräfte die Kontrolle haben bzw. wo sie die Seelen zur Beeinflussung noch erreichen können. Gelingt ihnen dies, haben sie einen Energielieferanten gewonnen und ihrer Machtsphäre einen Schützling zugefügt.

Vielleicht erahnen wir ein ganz klein wenig die Dimension der „Mission Erlösung‟ unseres himmlischen Vaters, die Er mit und durch Jesus Christus vollzogen hat. Und Sein nicht hoch genug einzuschätzendes Vorbild und die Wichtigkeit der Lehre, die Er brachte.

Fazit: Wir kommen und gehen; wie lange das so geht, bestimmen wir selbst. Und wir alle bringen unser Päckchen (oder auch Paket) an Verhaltensweisen, Eigenschaften, Belastungen, Gewohnheiten und vieles mehr mit. Bei einer Geburt wird also keine Seele von Gott neu und frisch geschaffen, wie die kirchlichen Lehren fälschlicherweise zu vermitteln versuchen. Herzenslogik einschalten: Der Mensch, richtigerweise zwei Menschen wären ansonsten in der Lage, durch einen Zeugungsakt Gott zu zwingen, eine Seele ins Leben zu rufenob Er dies will oder nicht

Die Tatsache, dass wir also nicht taufrisch wie eine Rose in dieses Leben kommen, hat gravierende Folgen für unsere weitere Betrachtung, für unsere Wahrheitssuche. Vorausgesetzt, dass wir weiterhin logisch denken wollen. Und das wollen und werden wir.

 

(Es geht immer noch weiter)