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Aus Liebe zu Gott

Anstelle einer Offenbarung: Der uralte Konflikt Israel - Palästina

vom 14. Oktober 2023

 

Warum lässt Gott das zu?“ ist bei Geschehnissen wie dem neuen Krieg zwischen Palästina und Israel eine der ersten Fragen, die sich auch Menschen stellen, die bereits ein geistiges Grundwissen haben. Wer davon wenig oder gar nichts hat, findet darauf keine Antwort. Das kann ihn dann aber bestärken in seiner Annahme, dass es gar keinen Gott gibt oder – falls doch – dieser scheinbar ungerecht ist, oder dass Er das, was in Seiner Schöpfung geschieht, nicht unter Kontrolle hat.

Die Ursache dafür ist einfach zu finden. Für die Leser der regelmäßig veröffentlichten Offenbarungen dürfte es ohnehin kein Problem sein, zumindest teilweise hinter die Dinge schauen zu können, die in der Welt und in ihrem persönlichen Leben ablaufen. Denn wir werden seit vielen Jahren unter anderem auch darüber aufgeklärt, dass es keinen sogenannten Zufall gibt, womit gemeint ist, dass etwas „einfach so“ geschieht; oder aber dass „Zufall“ in dem Sinne zu verstehen ist, dass auf jemanden das zufällt, was für ihn bestimmt ist.

Unter Einschaltung unserer Herzenslogik muss jedem klar sein, dass einer Auswirkung auch immer etwas vorausgegangen sein muss: und zwar eine Ursache. In vielen Fällen, die uns im Alltag widerfahren, finden wir die Ursache auch, falls wir danach suchen, weil das für uns vielleicht wichtig oder interessant ist. Die Ursache wiederum stellt natürlich ihrerseits wieder oder auch eine Wirkung oder Auswirkung dar und hat auch ihre eigene Ursache. Und so weiter und so fort. Manchmal gelingt es uns, mehrere Schritte zurückzugehen und die einzelnen Ursachen zu finden. Dann aber kommen wir an einen Punkt, an dem wir nicht weiterkommen: Ursache nicht zu finden 1). Heißt das aber, dass es keine Ursache gibt? Verstand aktivieren: Es bedeutet lediglich, dass wir die Ursache nicht kennen.

Wenn es also den Zufall, ein Vorkommnis und seine Wirkung ohne Ursache, nicht gibt, kann es nur eine andere Erklärung, einen anderen Grund geben: Unser Wissen darüber, was in der Vergangenheit das jetzige Geschehnis ausgelöst hat, ist mehr als lückenhaft oder nicht vorhanden. Und wir machen uns – warum auch? - nicht die Mühe, nach entsprechenden Ursachen zu suchen, was auch meistens wegen der Geringfügigkeit oder weil es ohnehin nichts bringt, nicht erforderlich ist.

Ganz anders sieht es aus, wenn es nicht um Kleinigkeiten oder Unwichtigkeiten geht, sondern um ein gravierendes Verständnis, das – auch wenn es uns momentan vielleicht noch nicht direkt betrifft – doch von entscheidender Bedeutung ist: Weil es uns nämlich fundamentale Dinge aufzeigt, die für unser Le­ben, auch und besonders im Hinblick auf unser nie endendes, ewiges Leben ausschlaggebend sein kön­nen.

 

 

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Aus den Offenbarungen wissen wir, dass Gott und alles, was geschaffen wurde und wird, für immer Bestand hat. Unser Ursprung ist geistiger Natur, und die Materie, die nur vorübergehend existiert, ist im Grunde Energie. Was wiederum bedeutet: Es gibt nichts anderes als Energie, wenn auch in unterschiedlicher Form.

Albert Einstein hat diese Erkenntnis in seine berühmte Formel gebracht: E = mc2. Sie stellt einen Zusammenhang zwischen Masse m, Lichtgeschwindigkeit c und Energie E her und beschreibt, dass Masse und Energie ineinander umgewandelt werden können. Das heißt, Energie ist eine Form von Masse und umgekehrt. Es handelt sich dabei um ein Naturgesetz und nicht um eine Erfindung von Albert Einstein. Dieses Naturgesetz zu ignorieren, bedeutet … ja, was eigentlich?

Und nun kommt etwas, dem auch diejenigen, die es wissen, oftmals nicht die entscheidende Bedeutung beimessen:

Energie kann man nicht vernichten. Sie kann umgewandelt werden in verschiedene Formen, aber sie kann nicht „einfach so“ spurlos verschwinden, sie kann nicht ausgelöscht oder aufgelöst werden. Wir erinnern uns: Es gibt nichts anderes als Energie. Alles ist Energie.

Alles bedeutet: auch unsere Gedanken, unser Tun, unser Leben. Und nichts davon verschwindet von alleine 2). Es kann verändert, aber nicht aus der Welt geschafft werden! Auch nicht nach unserem sogenannten Tod, auch nicht nach hunderten, tausenden oder nach für Menschen nicht messbaren Zeitabläufen.

Dieses Prinzip gilt also auch für unser nachtodliches Dasein. Es ist ein Schöpfungsgesetz, über das man nicht diskutieren kann (das heißt: man kann natürlich schon ...). Dass es weitergeht ist Tatsache. Wie es weitergeht, ist eine andere Frage.

Alles, was an Negativem in die Welt gebracht wurde und wird– was heißt: alles, was nicht dem Liebesgebot entspricht –, existiert so lange, wie es gehegt, gepflegt und gelebt wird. Der Fall, auch Engelsturz genannt, mit der Folge der Bildung der außerhimmlischen Bereiche einschließlich des materiellen Universums ist der Beleg für diese ewige Wahrheit.

 

 

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„Was der Mensch sät, das wird er ernten“, so steht es in der Bibel (Galater 6,7). „Eigenartigerweise“ wird diese Aussage immer in die Zukunft hinein interpretiert. Auf die Idee zu fragen, wann wir denn das gesät haben, was wir in diesem Leben ernten, kommt anscheinend kaum einer. Und wenn er fragt, welche Antwort bekommt er? Das bekannte Achselzucken mit Hinweis darauf, dass man in die Geheimnisse Gottes nicht eindringen kann!

Aber so „eigenartig“ ist diese Aussage gar nicht, denn sie hat ihren Ursprung darin, dass es ein Vorleben des Menschen nach kirchlicher Lehre nicht gegeben hat, gar nicht geben kann, weil jede Seele vor der Geburt taufrisch von Gott geschaffen wird und dann, wenn der Mensch das Licht der Welt erblickt, in diesen eintritt.

Also keine Vergangenheit, der ein ganz persönliches Verhalten in früheren Leben zugrunde liegt. Mit dieser Lehre können Antworten auf viele wichtige, ja entscheidende Fragen nicht gegeben werden. Was nicht nur unbefriedigend ist, sondern auch fatale Folgen für das Leben im Jenseits haben kann.

Den Urchristen war der Gedanke an wiederholte Erdenleben nicht fremd. Man hielt dieses Wissen für so fundamental, dass es sogar auf dem Konzil von 451 nochmals bekräftigt wurde. Aber es war natürlich der Finsternis ein Dorn im Auge, weil sich damit oft ein ganz anderes Verhalten im Sinne der Gottes- und Nächstenliebe ergibt. Sie setzte also alles daran, diese Wahrheit als Irrlehre hinzustellen, was ihr schließlich auf dem Fünften Allgemeinen Konzil im Jahre 553, einberufen von Kaiser Justinian unter Betreiben seiner Frau Theodora, gelang. Von den über dreitausend Bischöfen waren genau 165 anwesend.

Seitdem hat laut kirchlicher Lehre der Mensch nur noch ein einziges Leben, er hat keine Vergangenheit, und so kann das Gesetz von Ursache und Wirkung auch nur noch in die Zukunft hinein interpretiert werden.

Eine riesengroße Unwissenheit beherrscht seitdem viele Menschen, wenn es um die Fragen geht, warum dieses oder jenes ohne Grund geschieht, wenn doch Gott, unser himmlischer Vater, die Liebe ist, die sogar in Jesus Christus in die Welt gekommen ist …

Man kann diesen Schachzug der Gegenseite – aus ihrer Sicht – wohl als einen ihrer größten „Erfolge“ bezeichnen.

 

 

*

 

 

Was hat das alles mit Israel und Palästina zu tun? Gottes Liebe beinhaltet selbstverständlich auch die Gerechtigkeit. Dafür sorgt das Gesetz von Ursache und Wirkung, das auch das Gesetz von Saat und Ernte genannt wird. Was einem Menschen widerfährt, hat auch mit diesem Menschen – und keinem anderen – zu tun. Das Gleiche gilt für ein Volk. Kein Volk muss etwas erleiden, was nicht ursprünglich in irgendeiner Form in seiner Vergangenheit liegt.

Um also der Antwort nach dem „Warum?“ näherzukommen, müssen wir uns die Vergangenheit beider Völker oder Volksgruppen anschauen. Und da wird’s hochinteressant. Es ist hier nicht der Platz dafür, und es reicht auch nicht die Zeit, um umfassend zu informieren, um im Detail darüber zu schreiben, wie kriegerisch die Vergangenheit beider Parteien war; und zwar nicht die Vergangenheit der letzten Jahrzehnte, weil immer darauf hingewiesen wird, dass es mit der Staatsgründung im Jahr 1948 zu verstärkten Spannungen gekommen sei. Da müssen wir mit unserem jetzigen Wissen schon viele hundert Jahre bis weit in die Zeit v. Chr. zurückgehen. Nur als ein Beispiel:

Landnahme der Israeliten

Das Buch Exodus erzählt, dass die Israeliten, nachdem sie sich in Ägypten angesiedelt hatten, in Sklaverei gerieten. JHWH führte durch Mose Israel in die Freiheit. Aus archäologischer Sicht ist es mehr als fragwürdig, ob die biblische Erzählung mehr als kleine Faktenkerne enthält. Viele Städte, die von den einwandernden Israeliten erobert worden sein sollen, existierten damals nicht mehr oder noch nicht. Die Erzählungen stammen offenkundig aus späterer Zeit und vermischen verschiedene Zeitebenen. Die Israeliten kehrten der biblischen Erzählung zufolge in das Land Kanaan zurück, das sie unter der Führung Josuas erobern mussten. Man bezeichnet diese Phase als „Landnahme“. Die Präsenz israelitischer Stämme in Kanaan gilt für die Zeit seit etwa 1250 v. Chr. als bewiesen. Die Eroberung kanaanitischer Stadtstaaten durch israelitische Nomaden, die höchstens zu einem kleinen Teil aus Ägypten eingewandert sein können, erfolgte schrittweise in mehreren Jahrzehnten um 1100 v. Chr.“ (aus https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Israels)

Aber auch die andere Seite war nicht untätig, wenn es darum ging, die ungeliebten oder gehassten Juden zu bekämpfen. Es gibt unzählige Berichte über kriegerische Auseinandersetzungen, die immer wieder von beiden Parteien in Gang gesetzt wurden. Wenn einmal eine längere Zeit des Waffenstillstands (von Frieden konnte man sicher nicht sprechen) zwischen zwei Kriegen lag, und es dann plötzlich wieder zum Streit kam, dann schien es so, als würde auf einmal, wie aus heiterem Himmel einer der beiden ohne Grund mit seinen Feindseligkeiten beginnen.

In Wirklichkeit herrschte sowohl in vielen Seelen der Lebenden als auch in denen derjenigen, die im Jenseits lebten und ihren Hass und ihre Rachsucht nach wie vor in sich trugen, niemals die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, eigene Positionen zurückzunehmen, das eigene Verhalten zu hinterfragen, die Hand zu einer echten Versöhnung auszustrecken und das Liebesgebot des Jesus von Nazareth in die Tat umzusetzen; auch mit den Nachteilen, die eine solche Geste für das eigene Volk zweifellos mit sich bringt. Gilt alles für beide Seiten, wobei es keinem von uns zusteht zu entscheiden, wer denn nun in der Vergangenheit die böseren Taten vollbracht hat.

Aber negativ gesetzte Ursachen können nun einmal nicht durch ein ähnliches Verhalten aus der Welt geschafft werden. Das alleine kann die Liebe, und solange dazu nicht die Bereitschaft besteht, wird sich die Spirale der Gewalt weiterdrehen.

Es ist sicher nicht leicht, sich dieses Wissen sofort zu eigen zu machen, wenn man bisher etwas anderes angenommen hat. Aber man könnte sich ja auch fragen: „Warum habe ich bisher an dieses oder jenes geglaubt? Weil es sich für mich richtig anfühlte und logisch war? Oder weil ich es von Kindheit an nicht anders gelehrt bekam? Bin ich bereit und in der Lage umzudenken? Bringen die Antworten, die sich aus dem Wissen um die Reinkarnation und damit aus dem Gesetz von Ursache und Wirkung ergeben, Licht in meine bisherigen Fragen?“

Die Antworten, die wir auf unsere Betrachtung „Israel : Palästina“ gefunden haben, erklären vieles und können uns so manche Unsicherheit nehmen. Aber viel wichtiger werden sie für uns, wenn wir auch unser eigenes Leben, unsere Verhaltensweisen, unser Verhältnis zu unserem Nächsten und überhaupt unsere Ernsthaftigkeit, das Liebesgebot umzusetzen, unter diesem Gesichtspunkt sehen.

Viel Erfolg dabei, wenn wir dies tun. Es kann spannend werden.

Alles Liebe

Hans

 

*

 

 

Hier noch ein kleines Gedicht aus Verlasse dich auf deines Herzens leisen Klang, das zum Thema passt

 

 

               Die Seele führt Soll und führt Haben

 

 

         Du pochst auf dein Recht

         der and’re sei schlecht,

         so meinst du und gibst keine Ruhe.

         Ich hab’s ihm gezeigt,

         er hat sich gebeugt,

         erzählst du mit großem Getue.

 

         Ja, wenn du nur beißt,

         und weil du nicht weißt,

         die Seele führt Soll und führt Haben,

         erscheint es dir keck

         und dient jeder Zweck

         zum Streit dir, sich dran zu erlaben.

 

         Noch siehst du nicht ein,

         es könnte auch sein,

         du zahlst nur die Schulden, die alten.

         Du legst neue Saat,

         so dreht sich das Rad –

         ein Wort nur, du könntest es halten.

 

 

 

 

 

1) Ein Beispiel (der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt):

Der Fußboden in der Diele wird nass = Wirkung und hat gleichzeitig eine Ursache,

ich bin von meinem Spaziergang durchnässt heimgekommen = hat eine Ursache,

ich hatte den Schirm vergessen = hat eine Ursache,

weil ich mit den Gedanken woanders war = hat eine Ursache,,

mich hat etwas sehr stark beschäftigt hat = hat eine Ursache,

ich konnte das Problem noch nicht aus der Welt schaffen = hat eine Ursache,

der mit an dem Problem Beteiligte ist nicht gesprächsbereit = hat eine Ursache,

er ist ohnehin ein unfreundlicher und wenig kommunikativer Mensch = hat eine Ursache,

jetzt wird’s schwieriger, was aber nicht heißt, dass es dafür keine Ursache gibt. Ich kenne sie bloß nicht …

 

 

2) Ein weiteres Beispiel:

Jemand stiehlt einem anderen € 200.000,-- und bringt ihn dadurch in eine große finanzielle Notlage mit schwer­wiegenden Folgen, ohne dass zu Lebzeiten herauskommt, wer den Diebstahl begangen hat. Sowohl der Dieb als auch der Geschädigte sterben. Alles vorbei, alles vergessen, alles aus der Welt? Mitnichten. Die Schuld existiert, und wenn die beiden „drüben“ aufeinandertreffen, wird das Geschehen offensichtlich. Vielleicht gelingt es, durch entsprechendes Verhalten (Reue, Wiedergutmachung usw.) die Sache zu bereinigen. Wenn nicht, bleibt die Schuld bestehen, und zwar so lange, bis sie ausgeglichen wird, und sei es in einer erneuten Inkarnation, bei der unter Um­ständen diesmal der Dieb der Geschädigte ist – ohne dass er natürlich um die Hintergründe weiß, Gott und die Welt für ungerecht hält und vielleicht versucht, sich sein Geld auf ungesetzmäßige Weise wieder zu beschaffen.